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USA:Britney Spears bleibt unter Vormundschaft ihres Vaters

Demonstranten vor dem Gericht solidarisieren sich mit Britney Spears

(Foto: Chris Pizzello/AP)

Ein Gericht lehnt es ab, James Spears die Kontrolle über das Vermögen seiner Tochter zu entziehen. Er muss sich diese aber weiterhin mit einer Treuhandgesellschaft teilen. Beide Seiten hatten sich von dem Termin mehr erhofft.

Im Rechtsstreit mit ihrem Vater um ihre Vormundschaft hat Britney Spears einen Teilerfolg erzielt. Eine Richterin im Bezirk Los Angeles wies am Donnerstag Einwände von James Spears gegen die Teilung der Vormundschaft mit einem Finanztreuhänder ab, wie US-Medien berichteten. An der Online-Anhörung nahm James Spears teil, nicht aber seine Tochter.

Nachdem die Sängerin wegen beruflicher und privater Probleme psychisch zusammengebrochen war, hatte ein Gericht 2008 entschieden, ihrem Vater die Vormundschaft zu übertragen. Zunächst hatte er sowohl die Entscheidungsbefugnis über die Privatperson Britney Spears als auch über ihre Finanzen inne, seit 2019 beschränkt sich seine Vormundschaft auf die Marke Britney Spears, und seit vergangenem November muss er sich diese mit der Treuhandgesellschaft Bessemer Trust teilen. Jamie Spears hatte verlangt, wieder alleine über die Marke Britney Spears entscheiden zu dürfen. Das Vermögen der Sängerin liegt bei geschätzt 58 Millionen Dollar.

Britney Spears' Anwälte versuchen, ihren Vater komplett aus der Vormundschaft entfernen zu lassen. Die 39-Jährige habe "Angst" vor ihm, argumentieren sie laut Gerichtsakten. Die Sängerin ließ über ihren Anwalt bekannt geben, dass sie nicht wieder auftreten werde, solange ihr Vater die Kontrolle über ihre Karriere und ihr Vermögen habe. Die Vormundschaft über die Privatperson Britney Spears liegt derzeit bei ihrer Managerin Jodi Montgomery. Diese ficht Britney Spears nicht an.

Enttäuschte Fans

Fans der Sängerin, die seit Jahren in den sozialen Medien unter #FreeBritney gegen Spears' Bevormundung kämpfen und auch bei der jüngsten Anhörung wieder vor dem Gericht demonstrierten, zeigten sich enttäuscht. Bei dem Gerichtstermin sei es wieder einmal eher um Details gegangen als um die generelle Frage, ob die Sängerin vollkommen über sich selbst entscheiden kann. "Es ist ein Hin und Her, es ging um dasselbe, worüber sie immer streiten ... das ist alles, was sie jemals tun, während Britney dafür bezahlt", zitiert die Los Angeles Times eine Organisatorin des Protests.

Wenige Tage vor der Anhörung hatte eine Dokumentation der "New York Times" über Spears' Leben unter der Vormundschaft ihres Vaters heftige Diskussionen vor allem in den sozialen Netzwerken. entfacht. Stars wie Miley Cyrus, Sarah Jessica Parker oder Komikerin Bette Midler solidarisierten sich mit der Sängerin

In dem Vormundschaftsstreit sind weitere Gerichtstermine für den 17. März und den 27. April angesetzt worden.

© SZ/dpa/jael/nas
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Kurz bevor ein Gericht erneut über das Selbstbestimmungsrecht von Britney Spears entscheidet, erscheint eine Dokumentation der "New York Times". So gut wie jeder aus ihrem Umfeld kommt zu Wort.

Von Jürgen Schmieder

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