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Brasilien:Tote und Verletzte bei Gefängnismeuterei

Tote und Verletzte bei Aufstand im Süden Brasiliens: Gefangene haben die Kontrolle über etwa 80 Prozent der Haftanstalt in Cascave übernommen.

(Foto: AFP)

Brutaler Aufstand für bessere Haftbedingungen: In einem überfüllten brasilianischen Gefängnis in Cascavel sind zwei Menschen enthauptet worden, Wachen wurden als Geiseln genommen. Hinter der Meuterei soll eine mächtige Gang stecken.

  • Bei einer Meuterei in einem überfüllten brasilianischen Gefängnis hat es am Sonntag mehrere Tote gegeben. Zahlreiche Menschen wurden verletzt.
  • Offenbar ging es den Gefangenen um bessere Haftbedingungen.

Wachen als Geiseln genommen

Bei einem Gefangenenaufstand im Süden Brasiliens hat es Medienberichten zufolge am Sonntag mehrere Tote und zahlreiche Verletzte gegeben. Nach Angaben der Polizei wurden zwei Insassen von den meuternden Häftlingen in dem Gefängnis in Cascavel enthauptet und zwei Wachen als Geiseln genommen. Demnach übernahmen die Gefangenen die Kontrolle über einen Großteil der Haftanstalt.

Das Nachrichtenportal G1 berichtete zudem, zwei Menschen seien vom Dach des Gebäudes im Bundesstaat Paraná gestoßen worden. Der Zivilpolizist Miguel Llanela sprach von einer "schwierigen Situation". Es sei schwer zu sagen, wie lange diese noch anhalten werde. Unklar blieb zunächst auch, wie viele Insassen sich an dem Ausstand beteiligten. In dem Gefängnis sind etwa 1400 Menschen untergebracht.

Hinter Meuterei könnte kriminelle Organisation stecken

Vertreter der Strafvollzugsbehörden sagten dem Portal G1, die Gefangenen hätten gemeutert, um besseres Essen und saubere Unterkünfte zu erzwingen. In Brasilien sitzt etwa eine halbe Million Menschen in Haft. Viele Gefängnisse sind hoffnungslos überfüllt, weshalb es immer wieder zu Aufständen kommt.

Hinter der Meuterei steckt offenbar die kriminelle Organisation Primeiro Comando da Capital, wie die Zeitung Folha de São Paulo berichtete. Das Verbrechersyndikat aus São Paulo gilt als eine der mächtigsten Gangs des Landes und hat schon mehrfach blutige Gefängnisrevolten angezettelt.

© dpa/AFP/afis/infu
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