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Brasilien:Tote bei Einsturz von Hochhäusern in Rio de Janeiro

Die Trümmerteile begraben Autos und vermutlich Menschen unter sich: In Rio de Janeiro sind zwei mehrstöckige Häuser eingestürzt. Beim Zusammenbruch eines 20- und eines zehnstöckigen Gebäudes wurde ein weiteres Haus mitgerissen. Beobachter spekulieren über illegale Bauarbeiten als mögliche Unglücksursache.

Unter den Trümmern werden noch bis zu 22 Menschen vermutet: In Rio de Janeiro sind zwei mehrstöckige Häuser zusammengebrochen. Ein drittes Gebäude wurde von den einstürzenden Hochhäusern mitgerissen. Bislang wurden vier Tote aus den Schutt- und Geröllmassen geborgen. Die Zahl der Vermissten ist noch nicht völlig klar und variiert von 13 bis 22.

Drei Bürogebäude, darunter eines mit 20 Stockwerken, stürzten am Mittwochabend gegen 20:30 Uhr (Ortszeit) an der Avenida Treze de Maio ein. Anwohner berichteten von einem Krach wie nach einer Explosion. Tonnenschwere Betonbrocken donnerten auf die Erde und begruben auch zahlreiche Autos unter sich. "Ich hatte Glück, es schien wie am 11. September. Es war, als würde jemand Schutt vom Dach herabwerfen. Ich sah nur eine Betonplatte fallen und lief weg. Wäre ich stehen geblieben, hätte sie mich getroffen", sagte der Wasserlieferant Vicente Cruz einem Reporter der Folha de São Paulo.

Rettungskräfte suchen mit Hunden nach Verschütteten

Auf Fernsehbildern waren weitverstreute Trümmer zu sehen, die Autos und Motorräder bedeckten. Auf einem Dach warteten mindestens zwei Menschen offenbar auf die Hilfe der Feuerwehr.

Über dem Gebiet lag starker Gasgeruch. Der Bürgermeister der Stadt sagte aber, es bestünden Zweifel daran, ob ein Gasleck das Unglück am Mittwochabend verursacht habe. "Offenbar gab es keine Explosion. Der Einsturz ist durch Gebäudeschäden verursacht worden", sagte er. Möglicherweise waren auch illegale Bauarbeiten die Ursache. Augenzeugen sagten hingegen, sie hätten unmittelbar vor den Einstürzen einen explosionsartigen Knall gehört.

Der Unglücksort befindet sich in der Nähe des historischen Stadttheaters und des Nationalmuseums der Schönen Künste, die offenbar beide nicht beschädigt wurden. Die Polizei riegelte das Gebiet ab, und der Strom in der Straße wurde vorsorglich abgeschaltet.

© Süddeutsche.de/dapd/AFP/jobr/leja

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