Unwetter in Brasilien Mindestens zehn Menschen sterben bei Starkregen in Rio de Janeiro

Das heftige Unwetter zerstörte zahlreiche Straßen.

(Foto: AFP)
  • Die brasilianische Stadt wird seit Montagabend von starken Regenfällen getroffen.
  • Mindestens zehn Menschen sind ums Leben gekommen.
  • Das Unwetter gilt als das schwerste seit mehr als 20 Jahren in Rio de Janeiro.

Sturzbäche strömten Straßen hinunter, fegten über Autos hinweg und rissen Bäume aus. Die brasilianische Stadt Rio de Janeiro wird seit Montagabend von schweren Unwettern getroffen. Mindestens zehn Menschen kamen dabei ums Leben. Unter den Toten ist nach Angaben der Zeitung O Globo auch ein Kind, das mit seiner Großmutter in einem Taxi saß, als eine Schlammlawine es verschüttete.

Bei den heftigen Regenfällen soll es sich um das schwerste Unwetter seit über 20 Jahren in Rio de Janeiro handeln. Innerhalb von vier Stunden fielen am Montagabend 153 Millimeter Regen, wie die Behörden mitteilten. Das sei mehr als durchschnittlich im gesamten April fällt. Am Dienstagabend ließ der Niederschlag etwas nach. Bürgermeister Marcelo Crivella sagte, die Stadt befinde sich weiterhin im Krisenmodus, der höchsten von drei Alarmstufen.

Rettungskräfte sind mit Tragen im Einsatz und suchen nach Überlebenden der Schlammlawinen.

(Foto: REUTERS)

Schulen wurden geschlossen und die Bevölkerung aufgerufen, unnötige Fahrten bis auf weiteres zu vermeiden. Besonders schwer traf es insbesondere die Gegend um den Botanischen Garten. Dort fielen 231 Millimeter Niederschlag innerhalb von 24 Stunden. Das lokale Fernsehen zeigte Feuerwehrleute, die durch kniehohes Wasser wateten und ein Boot mit Kindern zogen, die sie aus einem Schulbus in einer überfluteten Straße gerettet hatten.

Sirenen tönten in 20 Stadtteilen, um Menschen zu warnen. Bewohner der Favela Babilonia dagegen beschwerten sich, dass sie nicht gewarnt worden seien. Die Favela liegt an einem Hang. Durch eine Schlammlawine starben dort nach Angaben der Feuerwehr zwei Frauen. Bürgermeister Crivella gab zu, dass die Stadt nicht ausreichend auf die Flut vorbereitet gewesen war. In Babilonia habe es keinen Alarm gegeben, weil der nötige Wasserstand nicht erreicht worden sei. Die Grenze solle in Zukunft niedriger angesetzt werden. Erst vor zwei Monaten waren bei einem Sturm mit extremem Regen und starkem Wind sechs Menschen ums Leben gekommen.

Korrektur: In einer früheren Version dieser Meldung haben wir Rio de Janeiro fälschlicherweise als Hauptstadt Brasiliens bezeichnet. Dies ist natürlich Brasília.

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