Pomerode Brasiliens "deutscheste" Stadt

Eigentlich lässt er seinen Pool nicht fotografieren, er hat wegen des Dekors schon mal Probleme bekommen. Aber jetzt zeigt Wander Pugliesi das Hakenkreuz voller Stolz, sind ja andere Zeiten.

(Foto: Evgeny Makarov)

In Pomerode haben viele den rechtsextremen Jair Bolsonaro gewählt. Sie sind hier stolz auf ihre deutsche Vergangenheit. Und manche sind so rassistisch, dass sie selbst Brasilianer für Ausländer halten.

Von Boris Herrmann

Im Restaurant "Siedlertal" von Pomerode hängt ein Plakat mit der Aufschrift: "Kassel ist schön und nicht weit von hier." Über den ersten Teil des Satzes kann man streiten, der zweite Teil ist definitiv falsch. Zwischen Kassel in Hessen und Pomerode in Südbrasilien liegen 10 400 Kilometer Luftlinie.

Aber es fühlt sich nicht so weit an, das muss man dem Plakat lassen. Im Siedlertal servieren Kellner in Lederhosen Eisbeine und Schlachtplatten, sie tragen Bratwürste, Bockwürste und Weißwürste auf Bergen von Sauerkraut ...

Lesen SIe mit SZ Plus auch:
Kriminalität Die Hölle, das sind wir

Gefängnisse in Brasilien

Die Hölle, das sind wir

Folter, Sadismus, Kannibalismus: In wohl kaum einem Land der Welt sind Gefängnisse so entsetzlich wie in Brasilien. Wer hier überleben will, muss sich einem perversen System unterwerfen.   Von Boris Herrmann