Brandenburg Zwei Polizisten und Großmutter getötet - lebenslange Haft für 25-Jährigen

Das Auto des 25-jährigen Täters steht auf einem Feld neben der Bundesstraße in Oegeln in Brandenburg. Auf der Flucht überfährt er hier im Februar 2017 zwei Polizisten.

(Foto: dpa)
  • Wegen Mordes an seiner Großmutter und zwei Polizisten ist ein 25-Jähriger in Brandenburg zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
  • Der Angeklagte hatte die Tat im Prozess zugegeben.
  • Zusätzliche Brisanz bekommt der Fall wegen eines früheren Raubprozesses, in dem der junge Mann Ende 2016 für schuldunfähig erklärt worden war.

Für den Mord an seiner Großmutter und zwei Polizisten ist ein 25-Jähriger vom Landgericht Frankfurt (Oder) zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Mann hatte seine Großmutter im Februar 2017 im gemeinsamen Wohnhaus in Müllrose in Brandenburg erstochen und war mit dem Auto geflüchtet. Auf einer Bundesstraße hatten zwei Polizisten eine Kontrollstelle eingerichtet, sie wollten den Flüchtenden stoppen. Dieser war mit hoher Geschwindigkeit auf die beiden am Straßenrand stehenden Männer zugerast und hatte sie überfahren.

Richter stellen "besondere Schwere der Schuld" fest

Der Täter hatte der Anklage zufolge seine Oma vor der Tat zunächst mit Fäusten und einem Küchenstuhl attackiert, bevor er sie mit einem Küchenmesser tötete, als sie schon am Boden lag. Grund dafür war demnach ein Streit um eine vollgestellte Badewanne. Der Mann stand am Tattag den Ermittlungen zufolge unter Drogen. Das Gericht kam aber zu dem Schluss, dass ihm das Ausmaß und die Folgen seines Handelns bewusst waren. Er habe nach dem Mord an seiner Großmutter den "unbedingten Willen zur Flucht" gehabt und "wollte sich auf keinen Fall von der Polizei schnappen lassen".

Das Gericht folgt mit dem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. Auch stellten die Richter die geforderte besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist die Aussetzung einer lebenslangen Freiheitsstrafe nach 15 Jahren nicht möglich. Die Verteidigung hatte auf zwölf Jahre Gefängnis plädiert.

Der Angeklagte hatte im Prozess zugegeben, für den Tod der drei Personen verantwortlich zu sein. Die Mutter des 25-Jährigen und die Angehörigen der Polizisten sind Nebenkläger in dem Prozess.

Zusätzliche Brisanz bekommt der Fall wegen eines früheren Raubprozesses, in dem der junge Mann Ende 2016 für schuldunfähig erklärt worden war. Zwar ordnete dasselbe Gericht die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus wegen Schizophrenie an - die Entscheidung wurde aber zur Bewährung ausgesetzt. Wenige Wochen später verübte er dann die Morde. In dem jetzigen Prozess hatte ein Gutachter hingegen festgestellt, dass der Angeklagte schuldfähig und nicht schizophren sei.

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Immer wieder hatte es offenbar Versuche gegeben, den Mann zu therapieren oder in die Psychiatrie einzuweisen, vergeblich. Selbst seine Mutter hatte sich mehrfach an die Behörden gewandt, um eine Einweisung zu erreichen, sie nannte ihren Sohn eine "tickende Zeitbombe".