BrandenburgRohöl schießt meterhoch aus Pipeline – mehr als 200 000 Liter treten aus

Lesezeit: 1 Min.

Hell ausgeleuchtet ist das Gebiet der defekten Öl-Pipeline bei Gramzow.
Hell ausgeleuchtet ist das Gebiet der defekten Öl-Pipeline bei Gramzow. (Foto: Carsten Koall/dpa)
  • Aus einer Pipeline zwischen Rostock und Schwedt sind bei Arbeiten mindestens 200 000 Liter Rohöl ausgetreten und meterhoch herausgeschossen.
  • Das Unglück wurde wohl durch vorbereitende Arbeiten für einen geplanten Sicherheitstest verursacht.
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Alarm in Brandenburg: Durch ein kleines Leck gelangt viel Öl auf einen Acker. Die Raffinerie PCK teilt mit: Eine absichtliche Fremdeinwirkung könne ausgeschlossen werden. Am Donnerstagmorgen wird das Leck geschlossen.

Aus einer Pipeline in Brandenburg sind nach einem Unfall bei Arbeiten mindestens 200 000 Liter Rohöl ausgetreten. Die Leitung führt von Rostock nach Schwedt. Das Öl sei in einer Pumpstation nahe Gramzow in der Uckermark aus einem kleinen Leck mit einem Druck von circa 20 Bar viele Meter hoch herausgeschossen, sagte der Abteilungsleiter der Feuerwehr Schwedt, Alexander Trenn, der Deutschen Presse-Agentur. Die Menge könne auch noch größer sein.

Das Leck an der Pipeline konnte aber schließlich geschlossen werden. In der Nacht zu Donnerstag beendeten die Feuerwehren zwischen 2 und 3 Uhr ihren Einsatz, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordost sagte. Diese koordiniert Rettungs-, Feuerwehr- und Katastropheneinsätze. Die Einsatzstelle sei noch in der Nacht an die Raffinerie PCK, der die Leitung gehört, übergeben worden, sagte Alexander Trenn.

Anlagen zur Rohölverarbeitung auf dem Gelände der PCK-Raffinerie GmbH in Schwedt.
Anlagen zur Rohölverarbeitung auf dem Gelände der PCK-Raffinerie GmbH in Schwedt. (Foto: Patrick Pleul/dpa)

Stunden nach dem Unfall trat am Abend noch immer Öl aus, wenn auch in geringerer Menge, wie Trenn sagte. Spezielle Saugwagen sollen nun das Öl, das zurzeit auf einem nassen Acker stehe, aufnehmen. Der Einsatz in Zehnebeck, etwa drei Kilometer vom Ortskern Gramzow entfernt, dauerte stundenlang.

Zu einer möglichen Verunreinigung des Bodens und des Grundwassers sagte der Feuerwehr-Abteilungsleiter, glücklicherweise sei der umliegende Ackerboden sehr nass vom Regen, sodass das Öl, das leichter als Wasser sei, quasi darauf schwimme und am Abend nicht tief ins Erdreich eingedrungen sei. Daher sei eine weitgehende Verunreinigung des Grundwassers zunächst unwahrscheinlich.

Die Raffinerie PCK erklärte, nach ersten Erkenntnissen sei das Unglück durch vorbereitende Arbeiten für einen geplanten Sicherheitstest an der Pipeline verursacht worden. „Eine absichtliche Fremdeinwirkung kann derzeit ausgeschlossen werden.“

Vor Ort waren nach Angaben von Feuerwehr-Abteilungsleiter Trenn etwa 100 Kräfte der Feuerwehr, dazu etwa 25 Mitarbeiter von PCK. Laut PCK waren Werkfeuerwehr, örtliche Feuerwehren, die Gefahrstoffeinheit Uckermark sowie die Werkseinsatzleitung der PCK mit schwerem Gerät im Einsatz.

Die weiteren Maßnahmen treffe nun die Raffinerie PCK. Nach Abschluss der ersten Untersuchungen soll es weitere Informationen geben, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt will den Unfallort am Donnerstag besuchen.

© SZ/dpa/reuters - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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