Brand in Backnang:Die politische Dimension des Unglücks

Lesezeit: 3 min

Die meisten türkischen Zeitungen sind indes vorsichtiger. Die seriöse Milliyet spricht von einer "Tragödie" und druckt auf der Titelseite ihren Text über Backnang weiß auf schwarz, wie eine große Todesanzeige. Das Massenblatt Hürriyet schreibt, ein Brand habe eine türkische Familie "ausgelöscht".

Die politische Dimension des Unglücks wird dann auch in Backnang offensichtlich, als am Nachmittag der türkische Botschafter Avni Karslioglu in das Gemeindezentrum kommt. Die Polizei hat extra einen Beamten mit türkischen Migrationshintergrund geschickt, als Symbol und zum Dolmetschen.

Bei einer Pressekonferenz greift sich dann nicht der Polizeichef von Baden-Württemberg, Wolf Hammann, das Mikrofon, sondern der Botschafter, der ohne deutsche Einleitung auf türkisch spricht, minutenlang. Um danach auf Deutsch zu erklären, dass er die Staatsanwaltschaft besucht habe und dass ihm die Ermittler versichert hätten "alle möglichen Hintergründe" zu untersuchen: fremdenfeindliche, kriminelle und technische.

Ob seine Regierung der Einladung der baden-württembergischen Behörden folge und eigene Polizisten schicke, das sei noch unklar. Derzeit sehe er eine enge und offene Zusammenarbeit, für die er sich bedanken wolle.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB