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Anschlag auf Marathon:Explosionen erschüttern Boston

Explosion beim Boston Marathon

Explosion beim Boston Marathon

(Foto: Bloomberg)

Anschlag auf den Marathon mitten in der US-Metropole Boston: Mindestens drei Menschen kamen der Polizei zufolge ums Leben, unter ihnen ein achtjähriger Junge. Mehr als hundert Menschen wurden verletzt. Das FBI hat die Ermittlungen an sich gezogen - Präsident Obama verspricht, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Beim Boston-Marathon in den USA ist es zu schweren Explosionen gekommen. Der Polizei zufolge kamen mindestens drei Menschen ums Leben. Viele Menschen wurden demnach verletzt, die genaue Zahl der Verletzten steht noch nicht fest - mehr als 100 Menschen wurden offiziellen Angaben zufolge in die Krankenhäuser Bostons gebracht. Unter den Toten ist ein achtjähriger Junge.

Der Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts, Deval Patrick, sprach ebenfalls von mehr als 100 Verletzten. Der Nachrichtensender CNN berichtete unterdessen, dass mehr als 140 Menschen in Krankenhäusern behandelt würden. Der Gesundheitszustand von mindestens 17 Verwundeten sei "kritisch".

Die Bundespolizei FBI hat die Ermittlungen an sich gezogen. Sicherheitskreise gehen von insgesamt zwei Bomben aus, die in der Nähe des Ziels hochgegangen seien - Filmaufnahmen zeigen zwei Explosionen, angeblich wurde Sprengstoff gefunden. Einem Polizeisprecher zufolge dauerte die Gefahrenlage nach den Detonationen an. Die Untersuchungen stünden noch ganz am Anfang. Dem Wall Street Journal und anderen Medien zufolge sollen angeblich bis zu fünf weitere, nicht explodierte Sprengsätze gefunden worden sein, wobei die Ermittler das zunächst nicht bestätigten.

Bürgermeister Tom Merino sagte, es habe keine spezifische Bedrohung vor den Explosionen gegeben. Wer hinter dem Anschlag steckt, war zunächst völlig unklar. In den ersten Stunden nach den Detonationen hat sich niemand zu den mutmaßlichen Attentaten bekannt.

Der TV-Sender CNN zeigte Bilder vom Marathon-Zieleinlauf mit einer Rauchsäule und fliehenden Menschen. Den Berichten zufolge ereigneten sich die Detonationen gegen 14.50 Uhr (Ortszeit, 20.50 Uhr MESZ) im Abstand von etwa 15 Sekunden - also gut zwei Stunden nach dem Zieleinlauf der Sieger. Die New York Times markiert die Explosionsorte in einer Karte. Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt. Die Sicherheitskräfte schalteten angeblich zeitweise das Mobilfunknetz in Boston ab, um mögliche Fernzündungen zu verhindern - anderen Berichten zufolge war das Netz dagegen lediglich überlastet.

Obama schaltet sich ein

US-Präsident Barack Obama telefonierte kurz nach dem mutmaßlichen Attentat mit Bürgermeister Merino und dem Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, um sich über die Lage unterrichten zu lassen. Er sagte Stadt und Bundesstaat "alle notwendige Hilfe" zu. "Wir finden heraus, wer das war und warum er es getan hat", sagte Obama, ohne schon Details zu den Hintergründen nennen zu können. "Wer immer dafür verantwortlich war, welche Person oder Gruppe auch immer, wird die ganze Härte des Gesetzes erfahren." Der Präsident versprach: "Wir werden sie zur Rechenschaft ziehen."

In Washington und New York hat die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen inzwischen verstärkt. Hotels und bekannte Gebäude würden bis auf weiteres Fahrzeugen strenger bewacht, berichteten US-Medien unter Berufung auf einen Polizeisprecher. Die verstärkte Polizeipräsenz würde mindestens so lange aufrechterhalten, bis Näheres über die Explosionen in Boston bekannt sei.

26.000 Läufer waren in Boston beim ältesten Städtelauf der Welt, der seit 1897 ausgetragen wird, an den Start gegangen. Mehr als 500.000 Menschen hatten die Straßen gesäumt. An dem Rennen nahmen etwa 250 Deutsche teil. Nähere Angaben über die mindestens zwei Toten und 23 Verletzten nach den Explosionen gab es zunächst nicht.

Ihre Angaben zu einer dritten Explosion in der JFK-Bibliothek der Stadt hat die Polizei inzwischen relativiert. Der Vorfall scheine in Zusammenhang mit einem Feuer zu stehen. Nach der Detonation zweier Sprengsätze im Zielbereich des Boston-Marathons war zunächst von einer dritten Explosion berichtet worden. Eine Sprecherin der Bücherei hatte gesagt, es gebe ein Feuer. Verletzt worden sei niemand.