Mutmaßliche Vergewaltigung im Fanzug Frau erkennt Verdächtigen nicht wieder

Eine 19-Jährige soll auf der Zugtoilette eines Fanzugs vergewaltigt worden sein.

(Foto: Hans-Peter Reichartz/dpa)
  • Im April soll es in einem Sonderzug mit Fußballfans zu einer Vergewaltigung gekommen sein.
  • Ein Verdächtiger stellte sich kurz darauf der Polizei, das Opfer erkannte den Mann aber auf Fotos nicht wieder.
  • Der 30-Jährige sitzt derzeit wegen einer anderen Straftat im Gefängnis.

Im April machte der Fall um eine mutmaßliche Vergewaltigung Schlagzeilen: Eine 19-Jährige war damals mit einem sogenannten Fanzug von München nach Mönchengladbach unterwegs. An Bord waren Hunderte Fußballfans, die sich das Spiel von Borussia Mönchengladbach in der Allianz Arena angeschaut hatten und nun auf dem Heimweg waren. Es wurde gefeiert und getrunken. Die 19-Jährige lernte einen 30-Jährigen kennen. Erst unterhielten und küssten sie sich. Dann wollte der Mann mehr, sie aber nicht, so erzählte sie es später der Polizei. "Obwohl sie weitere Handlungen sexueller Natur gegenüber dem Beschuldigten verbal abgelehnt habe, sei es dann gleichwohl zum Geschlechtsverkehr gekommen", heißt es im Bericht der Polizei.

Noch im Zug rief die junge Frau ihre Eltern an, die informierten die Polizei. Mehrere Mitreisende hatten die 19-Jährige gemeinsam mit dem Mann gesehen. Ein während der Fahrt aufgenommenes Foto des Verdächtigen wurde der Polizei zugespielt. Der 30-Jährige stellte sich noch am Abend, allerdings im Zusammenhang mit einer anderen Straftat, wegen der er eine mehrmonatige Freiheitsstrafe antreten musste.

Trotzdem hat die Staatsanwaltschaft nun vorerst keinen Haftbefehl gegen den Mann beantragt. Im Untersuchungsbericht der Landesregierung heißt es, die Aussage der jungen Frau sei "von erheblichen Erinnerungslücken geprägt gewesen", zudem habe sie den Mann auf Fotos nicht wiedererkannt. Die Frau soll zum Zeitpunkt der Tat alkoholisiert gewesen sein.

Jetzt wird weiter ermittelt, Ergebnisse eines DNA-Tests stehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch aus. Der Verdächtige habe sich nicht zu dem Fall geäußert, sagte ein Sprecher der SZ. Andere Tatverdächtige gebe es nicht. Der 30-Jährige sitzt mittlerweile seine mehrmonatige Haftstrafe wegen Körperverletzung ab.

Der Fanzug, in dem es zu der Tat gekommen sein soll, war privat organisiert gewesen. Weder der Fußball-, noch ein Fanverein waren daran beteiligt. Der Verein Fanprojekt Mönchengladbach verurteilte den Fall.

Mutmaßlicher Vergewaltiger stellt sich den Behörden

Ihm wird vorgeworfen, eine 19-jährige Frau in einem Fanzug sexuell missbraucht zu haben. Der Mann hat sich bei einem Gefängnis gemeldet, wo er wegen einer anderen Tat eine Haftstrafe absitzen muss. Von Anna Fischhaber und Max Sprick mehr...