Leute:"Man kämpft jeden Tag ums Überleben"

Lesezeit: 2 min

Als Gesprächsgast durchaus noch gefragt: Boris Becker bei einer Podiumsveranstaltung. (Foto: Philipp von Ditfurth/dpa)

Boris Becker umgibt sich mit "harten Jungs", Mai Thi Nguyen-Kim wird mit Fragen bombardiert, und der Dalai Lama löst einen Shitstorm aus.

Boris Becker, 55, harter Hund, hat sich im Gefängnis abgehärtet. "Es war sehr brutal, eine sehr, sehr andere Erfahrung als das, was man im Fernsehen sieht und in Geschichten hört", sagte er am Osterwochenende in einem BBC-Interview. Er habe schnell gelernt, dass er Schutz brauche und sich mit "harten Jungs" umgeben müsse. "Man kämpft jeden Tag ums Überleben." Der Tennisstar war Ende April 2022 in London zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er seinen Insolvenzverwaltern Vermögenswerte in Millionenhöhe verschwiegen hatte. Grund für die vorzeitige Entlassung im vergangenen Dezember war eine Sonderregelung für ausländische Häftlinge. Einen Teil seiner Einnahmen muss Becker aber weiter an die Insolvenzverwalter abtreten. "Ich bin ein Überlebender, ich bin ein harter Hund", sagte Becker jetzt der BBC. "Wenn überhaupt, hat mich das zu einem besseren, stärkeren Mann gemacht."

(Foto: Sanjay Kumar/AFP)

Tenzin Gyatso, 87, Dalai Lama, hat einen Shitstorm ausgelöst. Auf einem Video, das viral ging, ist zu sehen, wie der Friedensnobelpreisträger einen Jungen zunächst küsst, ihm dann die Zunge entgegenstreckt und den Jungen dazu auffordert, diese zu lecken. In den sozialen Medien empörten sich viele Menschen über das Verhalten des buddhistischen Lehrers. Auf seinem offiziellen Twitter-Konto erschien später eine Entschuldigung: Der Dalai Lama "neckt Menschen, denen er begegnet, oft auf eine unschuldige und spielerische Art, auch in der Öffentlichkeit und vor Kameras. Er bedauert den Vorfall."

(Foto: Chris Emil Janssen/imago)

Mai Thi Nguyen-Kim, 35, Wissenschaftsjournalistin und Fernsehmoderatorin, weiß, dass sie nicht alles weiß. "Ich bin erstaunt über viele Anfragen, die ich bekomme, und frage mich: Woher soll ich das denn jetzt wissen?", sagte die promovierte Chemikerin der Apotheken-Umschau. Ein Beispiel: "Ich wurde zu Dinosauriern gefragt! Aber nur, wenn ich mich schon mit einem Thema auseinandergesetzt habe, kann ich dazu auch etwas sagen."

(Foto: Soeren Stache/dpa)

Günther Jauch, 66, Moderator, beantwortet "Wer wird Millionär?"-Fragen jetzt selbst. "Das kann nicht stimmen", sagte er am Sonntag, als in der Oster-Folge zu einer Frage die falschen Antwortmöglichkeiten eingeblendet wurden. Die technische Panne sorgte für Erheiterung beim Publikum. "Leute, könnt ihr mal euer Kölsch-Fass ...", witzelte Jauch in Richtung seiner Redaktion, der Vorfall sei ein Novum. Die Panne zog sich einige Minuten hin. Zur Überbrückung forderte Jauch den Teilnehmer Luca Demirel auf, "ein bisschen mehr von zu Hause" zu erzählen. Dieser berichtete, dass er kürzlich zum ersten Mal geblitzt worden sei, und fragte Jauch, wie oft diesem das schon passiert sei. 50 Mal, schätzte Jauch erst - und ruderte dann auf 35 zurück.

Tommy Wright, Polizeichef in Pleasant Hill, Missouri, hat eine ungewöhnliche Bankraubverdächtige gestellt. "Als die Beamten sich (dem Auto) näherten, waren sie erst etwas verwirrt ... eine kleine alte Dame stieg aus. Wir waren uns erst nicht sicher, ob wir die richtige Person hatten", sagte Wright dem Kansas City Star. Wie die Zeitung schreibt, hatte die 78 Jahre alte Frau am Mittwoch voriger Woche eine Bank in dem 9000-Einwohner-Ort südöstlich von Kansas City im US-Bundesstaat Missouri betreten, bekleidet mit Plastikhandschuhen, einer N95-Atemschutzmaske und einer schwarzen Sonnenbrille. Dem Kassierer habe sie einen Zettel vorgelegt, auf dem zu lesen war: "Dies ist ein Überfall, ich brauche 13 000 kleine Scheine, Danke und sorry, ich wollte Sie nicht erschrecken." Danach fuhr sie mit einem SUV davon, an dem ein Behindertenausweis zu sehen war. Als die Polizei sie kurz darauf auf einem Parkplatz stellte, habe sie stark nach Alkohol gerochen, heißt es in dem Bericht. Später stellte sich heraus, dass die Tatverdächtige schon mindestens zweimal wegen Banküberfällen verurteilt worden war.

© SZ/dpa/moge - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

SZ PlusFernsehen
:"Ein richtiger ESC-Fan war ich nie"

Peter Urban kommentiert zum 25. und letzten Mal den Eurovision Song Contest. Wenn er von betrunkenen Norwegern und Lobeshymnen aus Kasachstan berichtet, fragt man sich: Wie hat dieser Mann so lange durchgehalten?

Von Martin Zips

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: