Vor der Küste Jemens sind mehr als 60 Migranten bei einem Bootsunglück ertrunken. Das schreibt der britische Fernsehsender BBC unter Berufung auf einen Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), eine Organisation der Vereinten Nationen. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters von 54 Ertrunkenen berichtet. Ein Boot mit etwa 150 Menschen an Bord sei bei schlechtem Wetter gesunken.
Abdusattor Esoev, der Leiter der IOM in Jemen, sagte weiter, es seien zwölf Menschen gerettet worden, Dutzende würden aber noch vermisst. Bei den meisten Opfern handele es sich um äthiopische Staatsangehörige. Sie hätten sich auf einer gefährlichen Route durch das Meeresgebiet befunden, die häufig von Menschenschmugglern genutzt wird.
Jemen ist Teil einer häufig genutzten Migrationsroute
Jemen wird von Migranten häufig als Transitland genutzt, um nach Saudi-Arabien oder in andere wohlhabende Golfstaaten zu gelangen und dort Arbeit zu finden. Nach Angaben der IOM nimmt der Zustrom von Migranten aus Afrika in Jemen weiter erheblich zu. Sie überqueren oft die rund 27 Kilometer breite Meerenge Bab al-Mandab, die Dschibuti und Eritrea von Jemen trennt, auf meist ungeeigneten Booten.
Die IOM schätzt, dass in den vergangenen Monaten Hunderte Menschen bei Schiffsunglücken ums Leben gekommen sind. Der Organisation zufolge kamen im vergangenen Jahr mehr als 60 000 Migranten in Jemen an.
Im März sanken zwei Boote mit mehr als 180 Migranten an Bord vor der Küste des jemenitischen Distrikts Dhubab, nur zwei Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. Migranten, die an den Migrant Response Points in Jemen ankommen, berichten zudem, dass die Schleuser die Boote zum Teil wissentlich in gefährliche Situationen schicken, um Patrouillen zu umgehen. Das geht aus einem IOM-Bericht hervor.

