Kriminalität Mehrere Rathäuser wegen Drohungen evakuiert

Polizisten sperren den Rathausplatz in Augsburg.

(Foto: dpa)
  • Betroffen sind die Städte Augsburg, Kaiserslautern, Chemnitz, Göttingen, Neunkirchen und Rendsburg.
  • Bis zum Nachmittag gibt die Polizei in allen Städten Entwarnung: Es sei nichts Gefährliches gefunden worden.

In mehreren deutschen Städten sind am Dienstagmorgen Rathäuser wegen Drohungen evakuiert worden. Betroffen waren nach ersten Erkenntnissen Augsburg, Kaiserslautern, Chemnitz, Göttingen, Neunkirchen und Rendsburg. Bis zum Nachmittag gibt die Polizei in allen Städten Entwarnung: Es sei nichts Gefährliches gefunden worden. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang zwischen den Taten.

In Augsburg gab es nach einer Gewaltandrohung einen Großeinsatz der Polizei, das Rathaus und sämtliche Bürgerbüros der Stadt wurden evakuiert, Straßenbahn- und Buslinien, die in der Nähe des Rathauses und der städtischen Verwaltung fahren, wurden eingestellt. Insgesamt seien etwa 500 Personen von den Evakuierungen betroffen, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Der Polizei zufolge sei in der Nacht eine anonyme Mail eingegangen, in der eine Drohung gegen die gesamte Stadt ausgesprochen wurde.

In Kaiserslautern sei eine Drohmail eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte seien auch mit Sprengstoff-Spürhunden vor Ort. Der Bereich rund um das Rathaus sei weiträumig abgesperrt worden. Es gebe aber keine konkrete Bedrohungslage, erklärte der Sprecher. Die Maßnahmen würden vorsorglich durchgeführt. Gegen 11.30 Uhr teilte die Polizei auf Twitter mit, es sei nichts Verdächtiges gefunden worden. Das Gebäude wurde wieder freigegeben. Auch das Rathaus in Rendsburg konnte um diese Zeit wieder geöffnet werden. Hier kam ebenfalls in der Nacht eine Drohmail, sagte die Polizei.

Einer Sprecherin des Neuen Rathauses in Göttingen zufolge ging eine anonyme Bombendrohung ein. Das Gebäude werde mit Sprengstoffspürhunden durchsucht. Die Straßen um das Rathaus wurden gesperrt, der öffentliche Personennahverkehr wurde weitläufig umgeleitet. Kurz nach 10 Uhr gab die Polizei in Göttingen Entwarnung: Es sei nichts Gefährliches gefunden worden.

Auch im saarländischen Neunkirchen lief am Morgen ein Polizeieinsatz nach einer Bombendrohung. "Das Rathaus bleibt vorübergehend geschlossen", sagte eine Sprecherin der Polizei in Saarbrücken. Auch hier sei zuvor eine Drohmail eingegangen. Auch in Heilbronn ist eine Bombendrohung eingegangen. Hier gab die Polizei aber rasch Entwarnung. Man gehe von einem blöden Scherz aus, sagte ein Sprecher.

Seit Monaten gibt es eine deutschlandweite Serie von Drohschreiben mutmaßlicher Rechtsextremer an Politiker, Behörden oder Gerichte. Die Berliner Staatsanwaltschaft, die federführend ermittelt, spricht inzwischen von mehr als 100 Fällen. Ob die Fälle vom Dienstag damit in Zusammenhang stehen, ist noch unklar.

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