Absturz einer Boeing "737 Max 8" Frankreich wertet Blackbox aus

  • Beim Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien waren am Sonntag alle 157 Menschen an Bord ums Leben gekommen.
  • Die Flugschreiber der verunglückten Maschine werden in Frankreich ausgewertet, die äthiopischen Behörden hatten bei der Untersuchung um Unterstützung gebeten.

Die Flugschreiber des in Äthiopien abgestürzten Passagierflugzeugs vom Typ Boeing 737 Max 8 sollen in Frankreich ausgewertet werden. Die Blackbox sei eingetroffen, berichtete ein Mitarbeiter der als BEA bekannten französischen Behörde für die Untersuchung von Flugzeugunfällen.

Ethiopian Airlines, die Fluggesellschaft der abgestürzten Maschine, teilte mit, eine äthiopische Delegation unter Führung ihrer Abteilung für Unfalluntersuchungen habe die Geräte nach Paris gebracht. Deutschland hatte eine Untersuchung zuvor abgelehnt. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hatte erklärt, sie verfüge nicht über die entsprechende Software.

Bei dem Absturz der Boeing 737 Max 8 am Sonntag in Äthiopien waren alle 157 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Es ist der zweite Absturz einer Maschine dieses Typs innerhalb von fünf Monaten. Im Oktober war eine Boeing 737 Max 8 der Fluggesellschaft Lion Air in Indonesien abgestürzt. 189 Menschen starben.

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Bereits am Tag des Ethiopian-Absturzes hatten China und Indonesien ein Flugverbot für den Flugzeugtyp verhängt, am Montag und Dienstag waren Deutschland und weitere Länder gefolgt. Als letztes Land weltweit verhängten die USA am Mittwoch ein Flugverbot. Auch der Hersteller der Maschine empfiehlt, vorübergehend die Flugzeuge der 737-Max-Reihe nicht mehr fliegen zu lassen.

Die Ursache für den Absturz in Äthiopien ist nach wie vor unklar. Bekannt ist nur, dass die Piloten kurz nach dem Start Probleme meldeten und zum Flughafen zurückkehren wollten. Erste Analysen des Lion-Air-Absturzes legen den Schluss nahe, dass die bei dem Typ neu eingeführte Flugsteuerungssoftware eine wichtige Rolle gespielt hat. Offenbar hatte ein Sensor falsche Daten eingespeist. Zudem waren die Piloten möglicherweise unzureichend im Umgang mit der neuen Software geschult.

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