Bochum:Vergewaltigung aufgeklärt

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Ein Iraker soll zwei chinesische Studentinnen bedrängt haben. Der Fall sorgte auch in China für Aufmerksamkeit.

Von Bernd Dörries

Nach wochenlangen Ermittlungen hat die Bochumer Polizei die Sexualstrafdelikte an zwei chinesischen Studentinnen aufgeklärt, ein 31-jähriger Asylbewerber aus dem Irak wurde als Tatverdächtiger festgenommen. Dem Flüchtling wird vorgeworfen, sich im August und November an den Frauen vergangen zu haben. Im ersten Fall gehe es um eine versuchte Vergewaltigung, im anderen um eine vollendete, teilte die Bochumer Polizei am Dienstag mit. Bei der ersten Tat im August wurde die 21-jährige Studentin so schwer verletzt, dass die Polizei die Mordkommission einschaltete.

Das zweite Opfer, 27, soll die Tat in sozialen Netzwerken geschildert und damit auch in China große Aufmerksamkeit erregt haben. Das chinesische Generalkonsulat in Düsseldorf riet seinen Landsleuten daraufhin, "auf ihre persönliche Sicherheit zu achten, insbesondere an abgelegenen und unbelebten Plätzen". Die beiden Taten hatten im Bochumer Univiertel in den vergangenen Wochen große Verunsicherung ausgelöst, ein privater Sicherheitsdienst auf dem Campus bot Frauen an, sie abends auf dem Weg zum Auto zu begleiten. Die Polizei hatte mit einem Phantombild nach dem Täter gesucht, nachdem die Opfer den Mann ähnlich beschrieben hatten und bei beiden übereinstimmende DNA-Spuren gefunden worden waren. In der vergangenen Woche hatte der Lebensgefährte des zweiten Opfers den Verdächtigen nahe einem Gebüsch in unmittelbarer Nähe des Tatorts erkannt und ihn mit dem Mobiltelefon fotografiert.

Die Polizei konnte den Verdächtigen dann in einer nahen Flüchtlingsunterkunft ausfindig machen. Er gab eine Speichelprobe ab, die mit der bei den Opfern gefundenen DNA übereinstimmt. Der Iraker bestreitet die Taten. Er war vor einem Jahr mit seiner Frau und zwei Kindern nach Deutschland gekommen. "Wir sind froh, dass der Mann nun in Polizeigewahrsam ist und nichts mehr passieren kann", sagte ein Polizeisprecher.

Laut einer Statistik des Bundeskriminalamtes ist die Zahl der Vergewaltigungen in Deutschland insgesamt rückläufig. Im Jahr 2015 wurden 5896 Tatverdächtige in Fällen von Vergewaltigung und sexueller Nötigung ermittelt, 456 von ihnen waren Zuwanderer, also Asylbewerber, Kontingentflüchtlinge, Geduldete und unerlaubt Aufhältige. Im Jahr zuvor waren es 6162 Tatverdächtige, 322 von ihnen Zuwanderer. Die Zahl der Vergewaltigungen und Nötigungen insgesamt sank von 7345 im Jahr 2014 auf 7022 Taten im vorigen Jahr. 2010 lag die Zahl bei 7724.

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