Blizzard über dem Nordosten der USA Juno verschont New York

  • Bis zu 60 Millionen Menschen zwischen Philadelphia und Maine waren von Schneesturm Juno betroffen. Angekündigt war ein Blizzard historischen Ausmaßes, doch die Schneemengen sind deutlich geringer als erwartet.
  • An der Küste des Bundesstaates Massachusetts werden Wellen von zehn Meter Höhe gemeldet.
  • Die betroffenen Ostküstenstaaten haben den Ausnahmezustand verhängt, die Flughäfen der Region haben den Verkehr eingestellt. Fahrverbote für Autos sind inzwischen jedoch teilweise wieder aufgehoben.

Vorhersagen vom "lebensbedrohlichen Sturm" bewahrheiten sich nicht

Wer einmal in den USA ein Unwetter erlebt hat, weiß, dass in Amerika oft sehr alarmistisch über vergleichsweise normale Wetterphänomene geredet wird. Auch bei Juno, dem Schneesturm, der jetzt den Nordosten des Landes getroffen hat, gibt es da keine Ausnahme. "Lebensbedrohlicher Sturm" überschreibt der TV-Sender CNN seine Berichterstattung und das sei, so betont der Sender, keine Übertreibung der Medien, sondern genau die Formulierung, die auch der nationale Wetterdienst selbst gebraucht habe.

Die Schneemengen und die Windgeschwindigkeiten, die Juno verursacht, sollten den Vorhersagen zufolge gewaltig sein, selbst für die Gegend um New York, wo solche Blizzards im Winter häufig vorkommen. Bis zu einen Meter Schnee und Böen von bis zu 115 Kilometer pro Stunde erwarteten die Meteorologen.

Am Ende wird es deutlich weniger. Wie der TV-Sender NBC berichtet, kommen im Bundesstaat Massachusetts, wo es am heftigsten geschneit hat, lediglich 45 Zentimeter zusammen. Ähnliche Mengen melden die Behörden aus Long Island im Bundesstaat New York und aus Middletown im Bundesstaat Rhode Island.

Für die Küstenorte zwischen Delaware und Maine gab es Flutwarnungen. An der Küste von Massachusetts gab es NBC zufolge Wellen von bis zu zehn Meter Höhe und Windgeschwindigkeiten bis zu 130 Kilometer in der Stunde.

Bis zu 60 Millionen Menschen betroffen

Im Central Park in New York liegen, wie es auf CNN heißt, lediglich etwa 15 Zentimeter Schnee und auch die Bilder, die die Nachrichtenagenturen aus Manhattan schicken, sehen vor allem nach Winterwonderland aus und weniger nach einem historischen Sturm.

Zwischen 40 und 60 Millionen Menschen in einem riesigen Gebiet an der gesamten Nordostküste waren von Juno betroffen. Die Blizzard-Warnung des Wetterdienstes galt für die Region Philadelphia über New Jersey bis an die kanadische Grenze im Bundesstaat Maine. Die Ausläufer von Juno waren sogar bis südlich der Hauptstadt Washington und bis nach Ohio im Mittleren Westen zu spüren. Acht Bundesstaaten - Massachusetts, New York, New Jersey, Connecticut, Pennsylvania, Maine, Rhode Island und New Hampshire - haben den Notstand ausgerufen.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio warnte vor "einem der schlimmsten Schneestürme" in der Geschichte der Stadt. Andrew Cuomo, der Gouverneur des Bundestaates, New York, rief alle Bürger auf, zu Hause zu bleiben. "Es könnte eine Frage von Leben und Tod sein", so der Politiker. Der Grund, warum die Behörden so eindringlich vor dem Sturm warnten: Gerade die Einwohner New Yorks tendieren dazu, Vorhersagen allzu leicht zu nehmen. So war es zum Beispiel beim Hurrikan Sandy, der im Jahr 2012 in New York schwere Schäden anrichtete.

Fahrverbote für Privatwagen inzwischen aufgehoben

In New York kam das öffentliche Leben vorübergehend zum Erliegen. U-Bahnen und Busse in New York fuhren am Dienstagmorgen nicht. Um ein Verkehrschaos zu vermeiden, waren schon vor dem Unwetter Schulen sowie andere öffentliche Einrichtungen geschlossen worden. Viele Unternehmen gaben ihren Angestellten einen freien Tag. Auch das UN-Hauptquartier blieb am Dienstag geschlossen. Die Metropolitan Opera musste eine Vorstellung mit Sopranistin Ana Netrebko absagen.

Wegen der Schneefälle hatte der Bundesstaat New York ab Montagabend ein Fahrverbot für Privatfahrzeuge verhängt, das bei Verstößen mit einem Bußgeld von 300 Dollar (etwa 250 Euro) geahndet wurde. Gouverneur Cuomo versetzte außerdem die Nationalgarde in Alarmbereitschaft. Auch in New Jersey gab es ein entsprechendes Verbot. Inzwischen dürfen die Autos jedoch wieder fahren. Auch der öffentliche Nahverkehr soll in New York am Mittag wieder anlaufen.

Tausende Flüge fallen aus

Verwaist sind hingegen noch die Flughäfen. Der Luftverkehr über dem Nordosten der USA ist fast zum Erliegen gekommen. Betroffen sind insbesondere die drei New Yorker Airports sowie die Flughäfen in Boston und Philadelphia. Zu den 2800 Flügen, die bereits am Montag gestrichen wurden, kamen am Dienstag der Website flightaware.com zufolge noch einmal 4300 dazu. Auch am Mittwoch muss als Folge der Flugplanstörungen noch mit Hunderten gestrichenen Verbindungen gerechnet werden.

Auch am Münchner Flughafen sind mehrere Flüge in die USA gestrichen worden. Betroffen waren etwa Maschinen mit dem Ziel New York oder Boston, sagte ein Sprecher des Flughafens. Der Wintereinbruch hierzulande verursachte am Münchner Flughafen jedoch keine größeren Probleme, so der Sprecher. "Wir haben die Bahnen vor Beginn des Flugbetriebs rechtzeitig vom Schnee befreit." Alle Flieger konnten abheben.