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Bieber droht Klage wegen Telefonstreich:Justin, bist du's?

Die Mädchen - und vielleicht auch einige Jungen - werden ihren Augen nicht getraut haben: Hatte Justin Bieber, ihr Idol, tatsächlich auf Twitter (s)eine Telefonnummer gepostet. Doch die gehörte nicht ihm, sondern zwei vom Telefonterror der Bieber-Fans völlig überrumpelten Texanern. Diese drohen dem Sänger nun mit einer Klage.

Justin Bieber

Postete eine willkürliche Telefonnummer auf seinem Twitter-Account, dem 19 Millionen Menschen folgen: Justin Bieber.

Sie nennen sich "Beliebers", sind meist weiblich und haben zu viel Zeit: Etwa 19 Millionen Justin-Bieber-Fans verfolgen geradezu fanatisch jede Regung auf dem Twitter-Account des Jungstars und spammen ihn im Minutentakt mit Kuscheltweets zu. Das bedeutet: Etwa 19.000.001 Kinder nutzen Twitter als ihre persönliche Spielweise, einer von ihnen quäkt etwas besser als alle anderen und ist deshalb berühmt. Denn obwohl Justin Bieber kürzlich 18 wurde, sieht er immer noch aus wie zwölf. Dass er sich auch so benimmt, bekamen zwei Texaner zu spüren, als sie vor kurzem Opfer eines Telefonstreichs des Teenie-Idols wurden.

Bieber wird wohl langweilig gewesen sein, als er den Tweet des Anstoßes postete: "Ruft mich jetzt an", twitterte er zusammen mit einer willkürlich gewählten Telefonnummer, deren letzte Ziffer fehlte. Für die zahlreichen "Beliebers" kein Hindernis: Munter probierten sie verschiedene Varianten aus, um ihr Idol nur ein einziges Mal nicht aus dem Radio, nicht auf der Konzertbühne, sondern ganz nah am eigenen Ohr quäken zu hören. Wie greifbar muss Bieber ihnen plötzlich erschienen sein: In den Telefonhörer flüsternd hätten sie sich Gehör verschaffen können - nicht nur, wie sonst, durch ohrenbetäubendes Kreischen.

Anstelle von Justin meldeten sich am anderen Ende der Leitung allerdings Dilcie und Kent, eine ältere Frau sowie ein Mann aus Texas. Und die wollten ungern mit Bieber-Fanatikern Intimitäten austauschen, sondern am liebsten einfach nur ihre Ruhe. Verständlich. Justin Biebers Fans auf Twitter sind in etwa so nervtötend wie Bieber selbst im Radio, doch immerhin lässt sich beides mittels eines Mausklicks oder Knopfdrucks beheben. Doch Justin Biebers Fans am Telefon? Ununterbrochener "Belieber"-Terror im eigenen Wohnzimmer? Der blanke Horror.

Mehr als 1000 Anrufe zu jeder Tages- und Nachtzeit bekamen die zwei Texaner, wie das Nachrichtenportal TMZ berichtete. Mithilfe eines Anwalts wollen die Gehör- und Nervengeschädigten nun Kompensationen in Form von Konzertkarten, Geld oder einer persönlichen Entschuldigung des Jungstars einfordern. Weshalb die Südstaatler nach dem Telefon-Überfall der Fans nun auch noch mit Bieber höchstpersönlich sprechen möchten, bleibt allerdings schleierhaft.

Jedenfalls sollte der Vorfall den infantilen Teenager endgültig von jeglichen Vaterschaftsvorwürfen befreit haben. Nach der Show hat Justin Bieber einen Quickie hinter der Bühne? Unfug. Nach der Show verbringt Justin Bieber seine Zeit lieber mit Telefonstreichen. Wie viele andere Kinder auch.

© Süddeutsche.de/dapd/soli/jobr
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