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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Pipistrella aus Pankow

(Foto: Imago)

Wie die Berliner Eltern besonders kreative Vornamen für ihre Kinder finden - und warum Kreuzberg einmal nicht der coolste Bezirk ist.

Von Martin Zips

Wird der Nicht-Hauptstädter nach seinem Lieblingsbezirk in Berlin gefragt, so muss er lange überlegen. Von Friedrichshain-Kreuzberg hat er schon einmal gehört, da leben die Coolen und die Jungen, nicht? In Charlottenburg-Wilmersdorf wiederum würde er ganz bestimmt in die frühere Kaiserallee ziehen, weil dort "Emil und die Detektive" gedreht wurde und auch die Dietrich hier einst wohnte (bevor sie das Land aus gutem Grund verließ). Auf keinen Fall aber möchte der Nicht-Berliner einmal nach Pankow ziehen, weil Pankow für ihn nach Udo Lindenberg klingt, auch nach Eierlikör oder diesem Bolle, der mal zu Pfingsten dorthin gereist sein soll, wie es in diesem saublöden Kinderlied heißt. Es gibt auch einen Jahrhundertwende-Gassenhauer, in dem es heißt: "Komm Karlineken, wir wolln nach Pankow jehn, da ist et wunderscheen, da kannste baden jehn."

Ein Magazin namens Qiez hat kürzlich die "außergewöhnlichsten Kindernamen in den Berliner Bezirken 2020" bekannt gegeben. Keine Spur von Emil, Marlene oder Karlineken! Aber in Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es neuerdings Jungs, die Guntram oder Platon heißen. Für ein Mädchen wurde hier der Vorname Schnee (von gestern?) eingetragen. Im coolen Friedrichshain-Kreuzberg indes werden die Kinder Peace, Precious, Sky oder Soul gerufen.

Am kreativsten aber kommt Pankow daher! Mädchen heißen hier Pipistrella oder Löwe. Und Jungen tragen Vornamen wie Urmel, Lamborghini, Winter oder Dienstag. Karlineken, lass uns sofort nach Pankow ziehen! Baden gehen. Urmel sehen. Wunderscheen.

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