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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Über den Wolken

Wie Gedenkmünzen, ein Truthahn für die ISS-Besatzung, Tennisbälle und Sternschnuppen dafür sorgen, dass es am Himmel gerade nicht langweilig wird.

Von Martin Zips

Für alle Junggebliebenen sei an dieser Stelle noch mal an den Titelsong der 80er-Jahre-Serie "Neues aus Uhlenbusch" erinnert. Dort heißt es über einen Gockel: "Er muss am Boden bleiben / und uns die Zeit vertreiben." Komisch, dass man da zuallererst an Felix Baumgartner denken muss, den Österreicher, der vor acht Jahren mal aus einer Energydrink-Dose 39 Kilometer in die Tiefe sprang.

Dieser Tage also, Fliegen ist ja gerade nicht, dürfte auch Baumgartner am Boden bleiben und zum Beispiel zur David-Bowie-Münze aufblicken, die soeben von einer britischen Münzprägefirma werbewirksam in die Stratosphäre geschossen worden ist. Eine Dreiviertelstunde soll die Gedenkprägung für die 35 Kilometer zurück gebraucht haben. Ob sie danach jemandem auf den Kopf gefallen ist? Dem letzten Corgi der Queen zum Beispiel? Oder Boris Johnson? Alles besser, als 2,9 Tonnen Weihnachtsausstattung und Weltraumzeug in den Garten gekippt zu bekommen. Diese hat Elon Musk gerade erfolgreich in Richtung ISS abgefeuert. Inklusive Truthahnbraten und Buttergebäck sowie ein paar Geschenken für die Besatzung.

Macht nichts, wenn der Mensch dieser Tage mal am Boden bleiben muss. Auch in einer Luftaufsichtsbaracke kann man viel Spaß haben, mit Kaffee, Bob Dylan und den Sternschnuppen des Geminidenstroms (noch bis 16. Dezember). Am Himmel ist immer etwas los! Und wer weiß, vielleicht landet irgendwann sogar ein Ball auf dem Dach, den zuvor Melania Trump aus ihrem neuen Tennispavillon in Washington abgeschmettert hat. Was man halt so macht, um sich die Zeit zu vertreiben.

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© SZ/feko
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