Berliner Tierpark Eisbärin Tonja bringt erneut Junges zur Welt

  • Eisbärin Tonja aus dem Berliner Tierpark hat ein Junges zur Welt gebracht.
  • Das Junge wurde am Samstag um 2.33 Uhr geboren, wie eine Sprecherin am Montag in Berlin mitteilte.
  • Der Tierpark im Stadtteil Friedrichsfeld hatte schon zwei Mal Pech: Bei beiden bisherigen Würfen des Eisbären-Weibchens starben die Jungen jeweils kurz nach der Geburt.

Als er erstmals für eine längere Zeit laute Schmatzgeräusche hörte, löste sich Florian Sicks Anspannung. Der Eisbären-Kurator des Berliner Tierparks hatte dank neuer Kameratechnik die Wurfhöhle seiner Eisbärin Tonja von zuhause aus überwachen können und dann den Nachwuchs als Erster entdeckt. Mitten in der Nacht, um kurz nach halb drei Uhr morgens am vergangenen Samstag war es soweit. "Mittlerweile trinkt das Eisbären-Jungtier regelmäßig und nähert sich einem Rhythmus von etwa bis drei Stunden", sagt Sicks.

Trotz gelöster Anspannung ist der Biologe weiterhin besorgt. Zweimal schon hatte Eisbärenmutter Tonja Pech. Ihr erstes Junges - Fritz - starb 2017 mit vier Monaten unerwartet an einer Leberentzündung, deren Ursache bis heute ungeklärt ist. Ein weibliches Jungtier aus einem neuen Wurf verendete Anfang 2018 infolge einer Lungenentzündung und wurde kaum einen Monat alt.

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"Uns haben die Erfahrungen der letzten beiden Jahre nochmal klar gemacht, wie schnell solch ein Glück vorbei sein kann. In den ersten 10 Tagen ist die Sterblichkeit besonders hoch, dennoch sind wir sehr zuversichtlich und drücken alle die Daumen", erklärte Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem.

Im Frühjahr hatte sich Tonja mit ihrem Partner Wolodja gepaart und seitdem um mehr als 100 Kilo zugelegt - nun wiegt sie stattliche 390 Kilo. Dieses Fettpolster sei wichtig, damit sich eine Eizelle einnisten könne und die Eisbärin für die Wochen in der Wurfhöhle gerüstet sei. "Es gibt aber keinen Schwangerschaftstest für Eisbären", sagte Sicks. Trotz der deutlichen Hinweise, darauf, dass die Eisbärin tragend gewesen war, blieb die Geburt für den Tierpark deshalb wie in den vergangenen Jahren auch eine Überraschung.

Der Berliner Tierpark setzt bewusst auf Geburten ohne menschliche Hilfe. Auch beim noch namenlosen, bislang in etwa meerschweinchengroßen Nachwuchs soll sich für ein paar Wochen niemand einmischen. Eine Aufzucht mit der Flasche wie bei Berlins berühmten Eisbär Knut im Berliner Zoo, der 2011 mit vier Jahren an einer Gehirnentzündung starb, soll es auch im Notfall nicht geben.

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