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Berliner Pandababys:Traumbär surprise

Vor hundert Tagen wurden im Berliner Zoo zwei Pandabären geboren. Nun haben sie auch Namen - und ein Geschlecht.

Für Zoo-Besucher sollen die Panda-Zwillinge erst 2020 zu sehen sein.

(Foto: Odd Andersen/AFP)

Es sind Jungs. Also eigentlich sind es zwei männliche Jungtiere, die das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden, genauer gesagt: die beiden Pandabären aus dem Berliner Zoo. Vor hundert Tagen wurden sie geboren, an diesem Montag wurde nun verkündet, welches Geschlecht sie haben und welche Namen sie bekommen sollen.

Das Pandagehege des Berliner Zoos wurde dazu weiträumig mit Absperrgittern gesichert. Davor stehen hundert akkreditierte Journalisten und Kamerateams aus aller Welt und sehen zu, wie sich Zooverantwortliche, Leute aus der Panda-Aufzuchtstation Chengdu, der chinesische Botschafter sowie Berlins Regierender Bürgermeister in einem Tross ihren Weg durch die Menge bahnen, gegen den ein Staatsbesuch eine diskrete Veranstaltung im kleinen Kreis ist.

Staatstragend ist allerdings auch alles, was in Berlin mit Pandabären zu tun hat. 2017 erreichten zwei Exemplare aus Chengdu Deutschland - als Geschenk Chinas, das die seltenen Tiere an Länder vergibt, von denen es sich gute Beziehungen erhofft. Die Transportboxen mit den beiden Pandabären wurden empfangen wie Staatsgäste, die Öffentlichkeit über jeden weiteren Schritt informiert. Auf die Nachricht von der Zeugungsbereitschaft des Pärchens folgten Ultraschallbilder vom Bärinnenbauch, Ende August wurden dann Zwillinge geboren. Die Frucht internationaler Beziehungen gewissermaßen.

Berliner Zoo

Traumhafte Pandababys

Die wird nun in einem Glasbett mit beheizter Matratze herangerollt. Darin liegen zwei Pandas, einer links, einer rechts, teddybärengroß und sechs Kilo schwer. Die beiden robben ein wenig auf ihrer Matratze herum, während zwei Schilder mit den Namen hochgehalten werden: Meng Xiang und Meng Yuan beziehungsweise "Ersehnter Traum" und "Erfüllter Traum". Die Namen sind nicht überraschend bei Eltern, die Meng Meng und Jiao Qing, also Träumchen und Schätzchen, heißen, was nicht bedeutet, dass die Namenswahl von Pandabären diplomatisch unkompliziert wäre. So hatte im September der Vorschlag des Berliner Tagesspiegels, die Jungen doch "Hong" und "Kong" zu nennen, um die dortige Demokratiebewegung zu würdigen, Empörung in China ausgelöst. China ist der Leihgeber der Bären, auch die Jungen sind chinesisches Staatseigentum.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller erinnert am Montag lieber daran, dass Berlin die Panda-Hauptstadt ist. Bereits die verstorbenen Vorgänger der Schätzchen-Träumchen-Familie waren ein Geschenk Chinas gewesen, Bundeskanzler Helmut Schmidt hatte sie 1979 erhalten und dem Berliner Zoo gestiftet. "Ich freu mich wahnsinnig", sagt Müller und posiert mit den Pandazwillingen, die ihn treuherzig angucken. Nach dem SPD-Parteitag am Wochenende, auf dem Müller aus dem Bundesvorstand geflogen war, dürfte das einer der angenehmeren Termine für ihn sein. Für die Zoobesucher werden die Pandas Anfang kommenden Jahres zu sehen sein, dann wird es wohl den nächsten großen Auflauf geben.