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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Die schmiedeeiserne Leni

(Foto: Mercedes Benz Fashion Week Berlin)

Wie die Tochter von Heidi Klum den Sprung auf den Catwalk wagt - ohne dabei auszurutschen.

Von Martin Zips

Man kann das aus eigener Erfahrung sagen: Spätestens sobald man sich im Leben auf die magische Altersgrenze der 50 zubewegt, sollte man auf das Tragen von Stöckelschuhen verzichten. Zu groß die Gefahr im Drogeriemarkt, auf dem Weg zur Anti-Aging-Creme in einen Berg mit FFP2-Masken zu krachen. Verständlich also, dass auch unsere liebste Altersgenossin Heidi Klum, 47, derartige Balanceakte mehr und mehr ihrer Tochter überlässt.

Leni Klum, 16, möchte gerne Model werden. Damit folgt sie einer bewährten Unternehmenskultur aus Bergisch Gladbach. Auf aktuellen Bildern zur Berliner Fashion Week ist Leni in Schuhen zu sehen, an denen spiralförmige Stöckel haften. Die Stöckel haben etwas Schmiedeeisernes und erinnern an Ornamente der Balkongeländer aus der Gründerzeit, an Tiroler Grabkreuze oder Schlittschuhspaß am Nymphenburger Schlosskanal.

Natürlich: Sowohl aus baustatischer als auch aus orthopädischer Sicht muss vor der Verwendung schmiedeeiserner Spiralabsätze ohne Filzbezug gewarnt werden. Dennoch ist das bereits für prähistorische Felsmalereien wie auch für die Kunst von Klimt, Klee und Hundertwasser belegte Spiralmotiv ein grundsätzlich sehr vitales. Und während die fast Fünfzigjährigen, die langsam das Taumeln beginnen, sich oft gerne in ihr Schneckenhaus zurückziehen würden, drängen die Jungen genau dort kraftvoll hinaus. So ist der Lauf des Lebens! Wäre halt nur blöd, wenn am Ende einer ausrutscht. Sollte sich Leni nicht lieber Lakritzschnecken unter ihre Sohlen heften?

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