bedeckt München 24°
vgwortpixel

Berlin:Staatsanwaltschaft klagt vier Abou-Chaker-Brüder an

Den Männern wird unter anderem Freiheitsberaubung und Körperverletzung vorgeworfen. Sie sollen versucht haben, den Rapper Bushido zu erpressen.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Arafat Abou-Chaker, den Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie, sowie drei seiner Brüder angeklagt. In der umfangreichen Anklage von etwa 100 Seiten gehe es vor allem um Straftaten zum Nachteil des Rappers Bushido, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag mit und bestätigte damit Medienberichte.

Arafat Abou-Chaker, 43, wird in der Anklageschrift als Haupttäter benannt. Er soll im Dezember 2017 versucht haben, von Bushido eine Abfindung zu erpressen, weil dieser die langjährige Geschäftsbeziehung beenden wollte. Dabei soll der Musiker in einem Büro eingesperrt und mit einer Flasche beworfen worden sein.

Der Sprecherin zufolge wird Arafat Abou-Chaker versuchte schwere räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Beleidigung vorgeworfen. Den Brüdern werde Beihilfe vorgeworfen.

Alle Verdächtigen sind auf freiem Fuß. Das Landgericht muss nun entscheiden, ob die Anklage zulässig ist. Erst wenn dies bejaht ist, kann der Termin für eine Hauptverhandlung festgelegt werden.

Zuletzt war Abou-Chaker im Januar überraschend in einem Berliner Gerichtssaal verhaftet worden, der Haftbefehl wurde aber wenig später aufgehoben. Der dringende Tatverdacht zu einer versuchten Anstiftung zur Entführung von Familienangehörigen Bushidos sei nicht haltbar, hieß es damals.

Clan-Kriminalität Der Duft des Geldes

Clan-Kriminalität

Der Duft des Geldes

Die Polizei versucht zu Recht, den Nimbus der Unverwundbarkeit etlicher Familienbanden mit plakativen Kontrollen zu brechen. Wirklich eindämmen wird sie diese aber nur, wenn sie an ihr Geld geht.   Kommentar von Ronen Steinke