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Berlin:Knochen von Vermisstem gefunden - Hinweise auf Kannibalismus

Illustration - Polizeiabperrung

In einem Waldstück in Berlin-Buch sind Knochen gefunden worden. Sie stammen von einem 44-Jährigen, der vermutlich aus kannibalistischen Motiven getötet wurde.

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Die Berliner Ermittler haben einen Lehrer festgenommen, der im Verdacht steht, den Vermissten getötet zu haben. In seiner Wohnung stellte die Polizei mögliche Tatwerkzeuge sicher.

Der Mann hatte seine Wohngemeinschaft in Berlin am 5. September kurz vor Mitternacht verlassen, danach gab es keine Spuren mehr von ihm. Wochenlang blieb der 44-Jährige Heizungsbauer vermisst. Vor einigen Tagen dann ist in einem Wohnstück in Berlin-Buch seine Leiche gefunden worden, genauer gesagt nur die Knochen. Sofort war klar: Es handelt sich um ein Verbrechen.

Nach der Untersuchung der Überreste glauben die Ermittler, dass hier ein Fall von Kannibalismus vorliegt. Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, auf Nachfrage. Zuvor hatten Bild und die B.Z. über den grausamen Fall berichtet.

Ein Tatverdächtiger, ein 41-Jähriger, sitzt bereits in Untersuchungshaft. Ein Richter erließ Haftbefehl wegen Sexualmordes aus niedrigen Beweggründen. Der mutmaßliche Täter habe im Internet zu Kannibalismus recherchiert und sich auch auf einer Dating-Plattformen bewegt, wo er zum Opfer Kontakt gehabt habe, so Steltner. In der Wohnung des Verdächtigen seien "einschlägige Werkzeuge" wie etwa Messer und Sägen sowie Blutspuren gefunden worden. Die Ermittler gehen nicht davon aus, dass das Opfer sich freiwillig töten ließ. Es gebe keine Hinweise auf Einvernehmlichkeit, betonte Steltner.

Der Verdächtige soll von Beruf Lehrer sein. Auf seine Spur seien die Ermittler unter anderem durch den Hinweis eines Taxifahrers gekommen, so Steltner. Dieser habe Angaben zum letzten Zielort des Vermissten machen können. Letztlich hätten Mantrailer-Hunde von zwei verschiedenen Orten aus zur Wohnung des Tatverdächtigen geführt.

Der Fall erinnert an den "Kannibalen von Rotenburg" aus dem Jahr 2000. Der Täter hatte damals sein späteres Opfer über eine Kontaktanzeige in einem Internet-Forum kennengelernt. Das Landgericht Frankfurt verurteilte den Mörder im Jahr 2006 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

© SZ/dpa/mpu/afis
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