Berlin Häftlinge entkommen durch Loch in Gefängnismauer

  • In Berlin sind am Morgen aus einer JVA vier Häftlinge ausgebrochen.
  • Die Männer zerstörten einen Betonpfeiler in der Gefängnismauer und konnten so entkommen.
  • Sie sind zwischen 27 und 38 Jahren alt und unter anderem wegen Diebstahls und schwerer Körperverletzung inhaftiert. Die Polizei fahndet nach ihnen.

Aus der JVA Plötzensee in Berlin sind vier Häftlinge ausgebrochen. Sie traten am Morgen zunächst ihren Dienst in einer auf dem Gelände der Haftanstalt gelegenen Kfz-Werkstatt an. Das gab die Senatsverwaltung für Justiz bekannt. Von dort aus gelangten sie an die Gefängnismauer und zerstörten den Betonpfeiler zwischen zwei Lüftungsspalten. Dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zufolge benutzten sie dafür einen Hammer und einen Winkelschleifer. Durch das schmale Loch gelangten die Gefangenen dann auf das Außengelände und kletterten über den Stacheldrahtzaun.

Die Polizei fahndet derzeit nach den Männern. Dem RBB zufolge sind sie zwischen 27 und 38 Jahre alt. Sie sind unter anderem wegen Diebstahls, räuberischer Erpressung, Wohnungseinbruch oder schwerer Körperverletzung verurteilt und seit diesem Jahr in der JVA inhaftiert. Drei von ihnen sollten im kommenden Jahr entlassen werden, ein Häftling im Oktober 2020.

Um 9.30 Uhr wurde wegen der geflohenen Männer der Alarm ausgelöst, um 8.49 Uhr soll ihr Ausbruch stattgefunden haben. In der Kfz-Werkstatt sei es üblich, dass keine ständige Beaufsichtigung der Häftlinge stattfindet, so der Anstaltsleiter.

Die Berliner CDU gibt dem Senat die Schuld für den Ausbruch. Der Vorfall sei ein "Super-GAU" für Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne), heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktion. "In früheren Zeiten haben Justizsenatoren bei solchen Ereignissen ihr Amt zur Verfügung gestellt", schreibt die Fraktion.

In der Justizvollzugsanstalt Plötzensee sind derzeit 362 Personen inhaftiert. Erst im September war die Haftanstalt in die lokalen Schlagzeilen geraten: Ein Gefangener hatte eine Matratze in Brand gesteckt und damit einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst.

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