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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Die Polizei, dein Freund und Partycrasher

Lonesome DJ
(Foto: Alex Koral/Imago Images)

Die Beamten rücken mit einem Großaufgebot bei einem Berliner Club an. Und machen dann eine überraschende Erfahrung.

Von Mareen Linnartz

Zu den Wunderlichkeiten dieser Zeit gehört, Meldungen zu lesen, die noch vor einem Jahr größte Fragen aufgeworfen hätten. Aus den Berichten über Polizeieinsätze der vergangenen Wochen: In Delmenhorst lösen Ordnungskräfte ein "Grünkohlessen" mit "acht Geschäftsleuten" auf, bei einem Fasching im Erzgebirge flüchten ein paar Teilnehmer auf Skiern, in Euskirchen, Nordrhein-Westfalen, wiederum tauchen illegal Feiernde in einen angrenzenden Wald ab, und in Grünstadt, Rheinland-Pfalz, schrecken Einsatzkräfte Besucher des örtlichen Swingerklubs auf. Auch hier können noch ein paar türmen, wobei in diesem Fall eher nicht die Frage ist, wohin, sondern wie. Es ist ja jetzt grad schon recht kalt, vor allem nachts.

Was also erwarteten die im Party-Crashen geübten Einsatzkräfte, als sie am vergangenen Wochenende mit einem Großaufgebot bei einem Club in Berlin anrückten, nachdem eine Anruferin eine illegale Sause dort gemeldet hatte? Besucher, die sich einfach schlafend stellen, ist schließlich auch schon vorgekommen? Oder Gäste, die über die Dächer abhauen? Es erwartete sie: Gähnende Leere. Das heißt, nicht ganz.

Nach mehrmaligem freundlichem Klopfen öffnete den Polizisten jemand. In dem Club in Friedrichshain wurde gerade eine Partynacht simuliert, mit DJ und 200 im Livestream zugeschalteten Nachteulen, Ekstase in Socken und im heimischen Wohnzimmer, auch eine interessante Vorstellung. Und dann doch wieder eine gute Nachricht: Man kann also auch ohne eingebaute Fluchtgedanken in diesem Winter feiern. Und: tanzen, die ganze Nacht.

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