Bergung gestoppt Gesunkene Fähre hatte tonnenweise Gift geladen

Die Bergung der Leichen aus der gesunkenen Fähre auf den Philippinen ist wegen eines Giftalarms abgebrochen worden. Das Schiff hatte Tonnen von Chemikalien an Bord.

Die auf den Philippinen vor knapp einer Woche gesunkene Fähre Princess of the Stars hatte zehn Tonnen hochgiftiger Pestizide an Bord. Die Bergung von Hunderten Opfern, die noch in dem Wrack vermutet werden, wurde deshalb am Freitag gestoppt.

Das Wrack der Princess of the Stars aus einer Luftaufnahme. Das Schiff hatte offenbar tonnenweise Gift geladen.

(Foto: Foto: dpa)

Behördenvertreter waren empört, dass der Fährbetreiber nicht früher auf die brisante Ladung hingewiesen hatte. Die Chemikalien waren für Ananas-Plantagen gedacht und in einem Container verstaut.

"Wir mussten die Bergungsarbeiten im Schiff abbrechen", sagte der Vizepräsident der Philippinen, Noli De Castro. "Es ist gefährlich, und kein Taucher darf mehr in die Nähe des Wracks." Nach Angaben des Gesundheitsministers Francisco Duque gab es zunächst keine Anzeichen dafür, dass die Pestizide aus dem Container ausgelaufen sein könnten.

Die Giftstoffe greifen das zentrale Nervensystem an und können tödlich wirken. Ärzte untersuchten am Freitag die 100 Taucher, die an den Bergungsarbeiten beteiligt waren, auf möglichen Kontakt mit dem Gift.

Gegen die Reederei Sulpicio Lines wurden Ermittlungen eingeleitet, wie der Chef des Zivilschutzes, Anthony Golez erläuterte. Das Unternehmen habe die Behörden nicht darüber informiert, dass die Princess of the Stars Pestizide geladen hatte.

Zuvor hatte bereits Präsidentin Gloria Arroyo erklärt, sie werde dafür sorgen, dass die Schiffseigner zur Rechenschaft gezogen würden, weil sie die Fähre trotz Taifunwarnungen auslaufen ließen.

Die Fähre war am vergangenen Samstag in einem Taifun 300 Kilometer südlich von Manila gesunken. Nur 56 Menschen wurden gerettet; mehr als 800 Menschen starben. Bis jetzt wurden lediglich 146 Leichen geborgen und bereits in Massengräbern beigesetzt.