Prozess in der SchweizAngeklagte im Falle des Bergsturzes von Bondo freigesprochen

Der Ort Bondo war vier Kilometer von dem Bergsturz entfernt, Murgänge zerstörten hier dennoch Gebäude.
Der Ort Bondo war vier Kilometer von dem Bergsturz entfernt, Murgänge zerstörten hier dennoch Gebäude.
Aladin Klieber/Keystone/dpa

Im August 2017 löste ein Bergsturz am Piz Cengalo eine Gerölllawine aus, die acht Wanderer tötete. War das Unglück vorhersehbar? Fünf Menschen, unter ihnen eine Politikerin, mussten sich dafür vor Gericht verantworten.

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An dem Bergsturz von Bondo, der im August 2017 in der Schweiz acht Wanderer in den Tod riss, tragen die Behörden keine Mitschuld. So hat nun das Regionalgericht Maloja im Schweizer Kanton Graubünden entschieden. Am Montag sprach es die fünf Angeklagten vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei. Das Gericht sah keine Beweise dafür, dass es vor dem Unglück klare Anzeichen für ein bevorstehendes Großereignis gab. Im Raum stand der Vorwurf, dass die Verantwortlichen die Wanderwege hätten schließen müssen. Es gab in der Region lediglich Warntafeln. Unter den Angeklagten waren unter anderem ein Förster, ein Geologe und die damalige Gemeindepräsidentin, die inzwischen Nationalrätin ist.

Ein Bergsturz am 23. August 2017 hatte am 3369 Meter hohen Piz Cengalo im Kanton Graubünden die tödliche Gerölllawine ausgelöst. Unter den Toten waren vier Deutsche. Rund drei Millionen Kubikmeter Gestein stürzten ins Tal und begruben Wanderwege unter einer meterhohen Schuttdecke. Murgänge zerstörten danach Gebäude im rund vier Kilometer entfernten Ort Bondo.

Dorothea Barth, die Tochter eines deutschen Opfers, sagte der Deutschen Presse-Agentur vor dem Urteil, dass die Familie auch mit einem Freispruch leben könne. Ihnen sei es vor allem wichtig gewesen, dass die Vorgänge in einem Gutachten richtig aufgearbeitet werden. Nach einer ersten Untersuchung waren die Ermittlungen zuvor eingestellt worden, auch mit dem Argument, der verheerende Bergsturz sei nicht vorhersehbar gewesen. Die Angehörigen der Opfer gingen dagegen in Berufung und stellten die Qualität des zunächst erstellten Gutachtens infrage. Ein neuer Gutachter war zu dem Schluss gekommen, dass die Sperrung der Wanderwege angebracht gewesen wäre.

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:Wie vorhersehbar war dieses Unglück?

Vor neun Jahren wurden acht Wanderer beim Bergsturz am Piz Cengalo verschüttet. Nun kommen fünf Angeklagte vor Gericht, unter ihnen eine Politikerin. Es geht um die Frage, warum der Wanderweg nicht gesperrt wurde.

Von Nicolas Freund

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