Süddeutsche Zeitung

Bei Pepsi-Videodreh:Magazin zeigt Michael Jacksons Feuerunfall

Er tanzt weiter, obwohl sein Kopf in Flammen steht: Ein bisher unveröffentlichtes Video zeigt Michael Jacksons schweren Unfall aus dem Jahr 1984.

Er tanzt einfach weiter. Michael Jacksons Haare brennen, man sieht hohe Flammen aus seinen Locken züngeln. Doch der "King of Pop" scheint davon nichts zu bemerken. Er bewegt die Arme zur Musik, zuckt mit den Schultern, schreitet über die Bühne und dreht sich schnell im Kreis. Dann scheint er es plötzlich zu spüren: Seine Frisur steht in Flammen.

Eine Handvoll Mitarbeiter ist sogleich bei ihm. Sie kreisen ihn ein, löschen das Feuer. Man sieht den Rauch aus ihrer Mitte aufsteigen. Danach ist Jackson wieder im Bild: Auf seinem Gesicht kann man einen leeren Blick erkennen, auf seinem Kopf eine kahle, verbrannte Stelle.

Das soll er also sein, jener Moment, in dem die Medikamentenabhängigkeit des "King of Pop" begann. Viel ist über diesen Moment geredet worden, seit Michael Jackson vor drei Wochen gestorben ist. Es war 1984, bei Video-Aufnahmen für einen Pepsi-Werbespot. Ein Feuerwerkskörper entzündete sich zum falschen Zeitpunkt, als Jackson direkt darunter stand. Die Schmerzen sollen unerträglich gewesen sein - von den Medikamenten dagegen sei er nie wieder weg gekommen, heißt es. Auch bei seinem Tod sollen Medikamente im Spiel gewesen sein.

"Es war eine große Dummheit"

Sehen konnte man den schmerzhaften Unfall bisher nicht. Nun hat das Magazin Us Weekly auf seiner Website das als "grauenhaft" beworbene Video präsentiert. Es sei der Redaktion zugespielt worden, teilte Us Weekly mit, und man habe sich entschlossen, es ungekürzt zu veröffentlichen.

Bisher war nur ein einziges Foto bekannt, auf dem Michael Jackson - offenbar nach dem Feuerunfall - mit verbundenem Kopf auf einer Tragbahre zu sehen ist. Auf dem Video-Portal YouTube sind ebenfalls Bilder zu sehen, auf denen die Haare des Popstars zu brennen scheinen: Es sind nachgestellte Szenen aus dem autobiographischen Spielfilm "Man in the Mirror: The Michael Jackson Story" aus dem Jahr 2004.

Ob es nun tatsächlich den Anfang seiner Medikamentenabhängigkeit markiert oder nicht: Im Leben des Popstars war der Vorfall ein prägendes Moment. Jackson selbst beschrieb den Unfall in seiner Autobiografie "Moonwalk" schlicht als "große Dummheit": "Ich tanzte auf der Bühne herum, drehte mich im Kreis und merkte nicht, dass ich in Flammen stand. Plötzlich griffen meine Hände reflexartig an meinen Kopf und versuchten, die Flammen zu löschen." Als Entschädigung zahlte Pepsi 1,5 Millionen Dollar an Jackson. Diese spendete er einer nach ihm benannten Spezialklinik für Brandopfer.

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