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Baustellen-Unglück in Grevenbroich:Fünf Tote, ein Vermisster

Dier Suche geht weiter: Nach dem schrecklichen Unfall auf einer Großbaustelle im niederrheinischen Grevenbroich ist das Schicksal eines Bauarbeiters nach wie vor unklar.

Nach dem tragischen Unglück auf einer Großbaustelle in Grevenbroich mit mindestens fünf Toten und sechs Verletzten wird ein Arbeiter weiterhin vermisst. Dies teilte ein Sprecher des Rhein-Kreises Neuss mit.

Auf der Baustelle eines Braunkohlekraftwerks hatten sich am Donnerstagabend bei Montagearbeiten Teile eines Stahlträger-Gerüsts gelöst und waren aus über hundert Metern Höhe zu Boden gestürzt. Insgesamt waren fast 300 Rettungskräfte und mehrere Rettungshubschrauber im Einsatz.

"Die Bergungsarbeiten werden am Freitag fortgesetzt", sagte ein RWE-Sprecher. Jedoch müsse die Baustelle bei Tageslicht erst einmal gesichert werden. Die Polizei sperrte den Unfallort großräumig ab und nahm die Ermittlungen auf. Nach RWE-Angaben ruht die Arbeit auf der Baustelle mindestens bis zum kommenden Montag.

Der Grund für das Unglück auf einer der größten Baustellen Europas, wo der Energiekonzern RWE das modernste Braunkohlenkraftwerk der Welt errichtet, blieb zunächst unklar. Auf der Baustelle mit einer Fläche von etwa 50 Fußballfeldern arbeiteten zuletzt mehr als tausend Menschen.

Unmittelbar nach dem Unglück hatte der Kreis Katastrophenalarm ausgelöst. Feuerwehren aus Düsseldorf und Köln unterstützten die Helfer. Die Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

"Tragische Stunden"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) zeigte sich erschüttert über den Unfall und begab sich sofort zum Unglücksort. Dort sprach er den Betroffenen und Angehörigen sein Beileid aus: "Ich bin mit Gedanken in dieser schweren und tragischen Stunde bei Ihnen. Den Hinterbliebenen der Opfer gilt mein Mitgefühl."

RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann versicherte, die Unfallursachen aufzuklären. "Im Namen des Vorstands der RWE AG spreche ich den Angehörigen der Verstorbenen mein tief empfundenes Beileid aus. Ich hoffe, dass die Schwerverletzten gerettet werden können", sagte Großmann.