Baleareninsel Drei deutsche Urlauber sterben nach Unwetter auf Mallorca

  • Heftige Regenfälle haben auf Mallorca zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt, mindestens zwölf Menschen kamen ums Leben.
  • Unter den Opfern ist auch ein deutsches Ehepaar sowie ein anderer Mann aus Deutschland, der anfangs nicht identifiziert werden konnte.
  • Auch Teile Italiens und Frankreichs wurden von schweren Unwettern getroffen, mindestens drei Menschen kamen dort ums Leben.

Bei dem Unwetter auf Mallorca sind auch drei deutsche Urlauber ums Leben gekommen. Das haben die Rettungskräfte inzwischen bestätigt. Sie schrieben auf Twitter, man habe in der Nähe des Ortes Artá im Nordosten der Insel zwei Leichen gefunden. Es handelt sich dabei um ein deutsches Ehepaar, das am Mittwochabend als vermisst gemeldet wurde. Die Opfer seien 63 und 61 Jahre alt, meldete das spanische Fernsehen.

Auch bei einem bereits am Mittwoch geborgenen Toten, der zunächst nicht identifiziert werden konnte, handele es sich um einen Mann aus Deutschland, sagte die Sprecherin des Notdienstes der Baleareninsel. Damit beträgt die Zahl der Toten nach den schweren Überflutungen inzwischen zwölf.

Heftige Regenfälle hatten in den vergangenen Tagen dazu geführt, dass Flüsse und Bäche über die Ufer getreten sind und Straßen und Häuser geflutet haben. Schlammlawinen und Erdrutsche haben Autos mit sich gerissen, kleinere Gebäude brachen zusammen. Der Strom fiel aus, mehr als 200 Menschen wurden obdachlos, weil ihre Häuser stark beschädigt oder vom Wasser geflutet waren. Die stellvertretende Bürgermeisterin Antonia Bauzo sagte im Fernsehen: "Wir waren völlig hilflos angesichts der Gewalt des Wassers."

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Besonders betroffen ist die Gemeinde Sant Llorenç des Cardassar im Osten der Insel. Hier kamen zwei Briten ums Leben, als sie mit einem Taxi unterwegs waren und von den Wassermassen überrascht wurden. Der Fahrer des Taxis wird noch vermisst, ebenso wie ein fünfjähriges Kind.

Am Dienstagnachmittag hatte es in dem Gebiet binnen weniger Stunden etwa 220 Liter Regen pro Quadratmeter geregnet. Eine sogenannte Wasserhose trat auf, ein Wirbelsturm also, der große Mengen an Flüssigkeit aufsaugt und dann sturzartig freigibt. Selbst Meteorologen waren von der Heftigkeit des Unwetters überrascht.

In den großen Touristenregionen von Mallorca, wie etwa Palma, regnete es zwar auch stark, aber die Niederschläge nahmen kein katastrophales Ausmaß an. Derweil wird Kritik am Katastrophenschutz laut. Die Notfallpläne seien mangelhaft, die Infrastruktur schlecht, heißt es von einigen Regionalpolitikern. Vor allem die Kanalisation sei vielerorts vernachlässigt worden, weswegen das Wasser nicht schnell genug abfließen konnte. Auch das meteorologische Warnsystem der Insel müsse dringend verbessert werden.

Naturschützer kritisieren, intensive Landwirtschaft und Abholzungen hätten die Bildung von Sturzbächen begünstigt. Ein Meteorologe der Wetterwarte von Palma sagte, angesichts des Klimawandels müsse man in Zukunft noch öfter mit Unwettern dieser Art rechnen.

Auch in Italien und Frankreich gab es dieser Tage heftige Regenfälle. Auf Sardinien brachten Wassermassen eine Brücke nahe der Hauptstadt Cagliari zum Einsturz. Verletzt wurde dabei niemand. Eine Familie, die in der Region im Auto unterwegs war, wurde vom Hochwasser getroffen, die Frau kam dabei ums Leben. Im Süden Frankreichs, in der Gemeinde Sainte-Maxime an der Côte d'Azur, wurden mehrere Autos ins Meer gespült, mindestens zwei Menschen kamen ums Leben.

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