DLRG:Schönes Wetter - mehr Badetote

DLRG-Helfer bei einer Rettungsübung

Zwei Rettungsschwimmer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) während einer Übung.

(Foto: dpa)
  • 2018 sind in Deutschland mehr Menschen ertrunken als im Vorjahreszeitraum.
  • Als Ursache sieht die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) das vergleichsweise schöne Wetter, dadurch sind mehr Menschen schwimmen gegangen.
  • Insgesamt starben 279 Menschen, die meisten davon ertranken in unbewachten Binnengewässern.

Der frühe Sommer hat in Deutschland zu einem Anstieg der tödlichen Badeunfälle geführt. In den ersten sieben Monaten diesen Jahres sind 279 Menschen ertrunken. Das waren 37 mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Freitag mitteilte.

Eine Ursache in den gestiegenen Zahlen sieht der Verein in dem vergleichsweise schönen Wetter. Allein im bereits sehr warmen April verstarben mit 37 Menschen zwölf mehr als im Vergleich zum Vorjahr. Im vergangenen Jahr war der Sommer sehr verregnet, dementsprechend seien weniger Menschen schwimmen gegangen.

Doch nicht nur das Wetter beeinflusst die Zahl der Todesfälle. Die meisten Menschen ertrinken da, wo keine Rettungsschwimmer aufpassen. Fast 90 Prozent kamen dieses Jahr in unbewachten Gewässern im Binnenland ums Leben. Der DLRG forderte daher Kommunen und Badbetreiber dazu auf, für mehr Sicherheit zu sorgen.

Ein Badeverbotsschild aufzustellen reiche nicht aus, sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese. Unfälle passieren nicht unbedingt, weil die Betroffenen nicht schwimmen können. Eher seien sie auf eine hohe Risikobereitschaft, Selbstüberschätzung und Alkohol zurückzuführen. "Hitze macht Menschen leichtsinnig", sagte Wiese. Es ertrinken auch deutlich mehr Männer als Frauen. Gerade mal 19 Prozent der Opfer sind weiblich.

Anders sieht die Situation bei Flüchtlingen aus. Hier könnten dem DLRG zufolge nahezu 100 Prozent nicht schwimmen. Sie sind eine besondere Risikogruppe, auch, weil sie Hinweisschilder womöglich nicht lesen können. Aus diesem Grund hat die DLRG die Baderegeln in 25 Sprachen übersetzen lassen und zudem Piktogramme entwickelt.

Deutlich abgenommen hat dagegen die Zahl der tödlichen Unfälle an den Küsten. In diesem Jahr ertranken hier acht Menschen, im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 25. Den Grund hierfür sieht der DLRG in der flächendeckenden Überwachung durch Helfer.

Zuletzt war die Zahl der Badetoten in Deutschland gesunken. In seiner Jahresbilanz für 2017 verzeichnete der DLRG etwa ein Viertel weniger Todesfälle. Grund dafür war aber demzufolge nicht eine bessere Sicherheit oder vernünftigere Bürger: das Wetter im Sommer war einfach schlechter gewesen als zuvor.

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