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Michael Avenatti:Ex-Stormy-Daniels-Anwalt soll Nike erpresst haben

Lawyer Michael Avenatti walks out of federal court in New York

Der Anwalt Michael Avenatti vor dem Bundesgericht in New York.

(Foto: REUTERS)
  • Der bekannte US-amerikanische Anwalt Michael Avenatti soll laut New Yorker Staatsanwaltschaft versucht haben, den Sportartikelhersteller Nike zu erpressen.
  • Avenatti soll von Nike gefordert haben, ihm mehr als 20 Millionen Dollar zu zahlen, sonst würde er mit geschäftsschädigenden Details über Mitarbeiter an die Öffentlichkeit gehen.
  • Nach vorübergehender Festnahme kam der Jurist am Montag wieder frei.

Der bekannte US-Anwalt Michael Avenatti ist vorübergehend festgenommen worden, weil er den Sportartikelkonzern Nike erpresst haben soll. Der Staatsanwaltschaft in New York zufolge soll der Jurist mehr als 20 Millionen Dollar von dem Unternehmen gefordert haben, sonst würde er mit geschäftsschädigenden Details über Mitarbeiter an die Öffentlichkeit gehen.

Avenatti wurde am Montagmorgen (Ortszeit) in New York festgenommen, kam jedoch gegen eine Kaution von 300 000 Dollar nach kurzer Zeit wieder frei. Der Anwalt musste außerdem seinen Pass abgeben, berichtet der Sender CNN. Vor Reportern zeigte sich der Jurist am Montagabend zuversichtlich, "vollständig entlastet" zu werden. Er werde zudem "nie aufhören, den guten Kampf" gegen die Mächtigen und Konzerne zu "kämpfen".

Am gleichen Tag ist auch in Los Angeles Anklage gegen Avenatti erhoben worden, es geht unter anderem um Anschuldigungen des Bankbetrugs und der Unterschlagung. Er soll das Geld eines Mandanten veruntreut haben, um eigene Schulden zu begleichen. Bei einem Bankinstitut soll er zudem falsche Angaben gemacht haben, um an einen Kredit zu kommen.

Bekanntheit erlangte Avenatti vor allem durch seine frühere Mandantin Stormy Daniels, die er in ihrem Rechtsstreit mit US-Präsident Donald Trump vertrat. In dem Fall ging es um einen angeblichen Schweigegeld-Deal. Die Pornodarstellerin gab an, 2006 mit dem schon damals verheirateten Trump Sex gehabt zu haben. Der damalige Anwalt Trumps soll ihr daraufhin Schweigegeld in Höhe von 130 000 Dollar gezahlt haben, der Präsident bestreitet die Vorwürfe.

Rund um den Fall Stormy Daniels machte Avenatti mit einer öffentlich ausgetragenen Fehde mit Trump auf sich aufmerksam und liebäugelte nach eigenem Bekunden kurz selbst mit einem Einstieg ins Rennen ums Weiße Haus 2020. Erst Ende Februar war Avenatti im Fall des wegen Missbrauchsvorwürfen angeklagten Sängers R. Kelly öffentlich in Erscheinung getreten. Als Anwalt eines der mutmaßlichen Opfer übergab er der Staatsanwaltschaft in Chicago eine VHS-Kassette mit angeblich belastendem Videomaterial.

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