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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Plötzlich irisch

Irischer Akzent
(Foto: Unsplash/Imago)

Eine Australierin lässt sich die Mandeln entfernen und bekommt dafür einen neuen Akzent. Das ist irritierend, aber kein Grund zum Verzweifeln.

Von Violetta Simon

Wer möchte das nicht, über Nacht eine neue Sprache beherrschen. Etwas anders hätte sich das Angie Mcyen aus Brisbane allerdings schon vorgestellt. Die junge Australierin war kein bisschen erfreut, als sie eines Morgens feststellte, dass sie plötzlich mit einem starken irischen Akzent sprach. Die 27-Jährige, die sich kurz zuvor die Mandeln entfernen ließ, war schließlich noch nie in Irland gewesen.

Ungeachtet dessen klang ihr How are you? nun wie Ha-war-ya?, die night wurde zur noight und außerdem verschluckte sie die Gs.

Nachdem der Akzent sich selbst beim Singen unter der Dusche nicht verflüchtigte, teilte Angie ihre Geschichte auf Tiktok. Dort bestätigte ein gewisser Dr. Karl 150 ähnliche Fälle, und dass das sogenannte Foreign-Accent-Syndrom wirklich belastend sei. Zu Recht: Man stelle sich vor, eine gestandene Altöttingerin ließe sich dazu hinreißen, den Nachbarn als "Kniabiesler, ogsoacht'n" zu beschimpfen - und heraus käme das Ganze in feinstem Sächsisch. Da ist die Identitätskrise doch programmiert!

Dennoch hätte es für Angie schlimmer kommen können, immerhin kann sie sich noch verständigen. Anders als etwa Benjamin McMahon: Als der Australier 2012 nach einem Autounfall im Krankenhaus in Melbourne aus dem Koma erwachte, sprach er zwar perfekt Mandarin. Doch das englische Wort für Butter und auch der ganze Rest seiner Muttersprache war ihm entfallen. Angie hingegen kann sich in der nächsten Kneipe jederzeit ein frisch gezapftes Guinness bestellen - im Irish Pub sogar akzentfrei.

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© SZ/lot
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