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Buschbrände in Australien:Tausende Urlauber suchen am Wasser Schutz vor Flammen

Dieser Vater und seine Tochter gehören zu den Tausenden Menschen, die vor den Brände fliehen mussten.

(Foto: AFP)

Die Zahl der bei den Buschbränden in Australien getöteten Menschen stieg am Dienstag auf zwölf. Zudem werden fünf Menschen vermisst. Das Wetter verspricht keine Besserung.

Die Buschbrände im Südosten Australiens nehmen immer dramatischere Ausmaße an - und haben inzwischen mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. Zuletzt ist ein Feuerwehrmann unter dramatischen Umständen ums Leben gekommen: Ein von den Flammen ausgelöster Feuer-Tornado hatte sein zwölf Tonnen schweres Einsatzfahrzeug in die Höhe gerissen, das anschließend zu Boden krachte und auf dem Dach zum liegen kam. Der Fahrer starb, zwei seiner Kollegen wurden verletzt.

Außerdem wurden ein Vater und sein Sohn am Dienstag unweit der Küste des Bundesstaats New South Wales tot aufgefunden: Sie hatten versucht, ihr Haus in dem Ort Cobargo vor der Feuersbrunst zu schützen. Fünf weitere Menschen werden noch vermisst.

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Das herzzerreißende Video der Szene geht viral. Doch der Hintergrund ist ernst: Die Tiere leiden massiv unter den Feuern im Südosten des Landes.

In der rund 500 Kilometer östlich von Melbourne gelegenen Küstenstadt Mallacoota wurden rund 4000 Urlauber von den Behörden angewiesen, in Meeresnähe Schutz vor dem herannahenden Flammenmeer zu suchen. Da ihnen die meisten Fluchtwege über Straßen abgeschnitten waren, versammelten sich viele der Menschen am Strand. Selbst bis dorthin trug der Wind die Aschefetzen und Glutspäne der ringsum lodernden Feuer. Der Himmel über Mallacoota sei "pechschwarz, und es ist sehr beängstigend", sagte Andrew Crisp vom Zivilschutz Victoria.

"Es ist immer noch eine dynamische und gefährliche Situation", fügte Crisp mit Blick auf die Gesamtlage im Nordosten Victorias hinzu, wo die Flammen binnen einer Woche eine Fläche halb so groß wie das Ruhrgebiet zerstört haben. Premierminister Scott Morrison sagte dem Bundesstaat die Unterstützung des Militärs zu, nachdem Victorias Regierung Hubschrauber und Marineschiffe angefordert hatte, um Menschen in Notlage zu versorgen und in Sicherheit zu bringen.

Die Buschbrände in Australien wüten bereits seit Oktober. Allein in New South Wales ist mittlerweile eine Fläche der Größe Belgiens abgebrannt. Fast 1000 Häuser wurden zerstört. Für Dienstag erwarten Meteorologen im Westen Sydneys, der Hauptstadt von New South Wales, Temperaturen von bis zu 44 Grad, in einigen Städten im Inneren des Landes sollen die Temperaturen gar auf 45 Grad klettern. Dazu soll es Unwetter mit starken Winden und einzelnen Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern geben.

© SZ.de/dpa/mxm/mpu
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