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Australien:12-Jähriger fährt 1300 Kilometer allein mit dem Auto

Eigentlich will der Junge sogar 4000 Kilometer von der australischen Ost- bis zur Westküste zurücklegen. Nach einem Drittel der Strecke werden jedoch Verkehrspolizisten auf ihn aufmerksam.

Etwa 40 Stunden dauert eine Autofahrt quer durch Australien, vom kleinen Örtchen Kendall an der Ostküste des Kontinents bis in die Großtstadt Perth an der Westküste. Die etwa 4000 Kilometer dürften eigentlich selbst geübte Autofahrer abschrecken - nicht aber einen 12-jährigen Jungen, der mit seiner Familie in der besagten Kleinstadt an der Ostküste lebt. Er schnappte sich am Freitag kurzer Hand das Familienauto und machte sich auf den Weg an die Westküste.

Sein Plan ging zwar nicht ganz auf, aber immerhin zu einem Drittel: Der Roadtrip nahm am Samstag ein Ende, als ihn Verkehrspolizisten in der Nähe der Stadt Broken Hill stoppten - nachdem der Junge bereits 1300 Kilometer zurückgelegt hatte. Die Beamten waren misstrauisch geworden, weil die Stoßstange des Wagens über den Boden schrammte und das Auto noch einige andere Macken aufwies. Die Polizei geht deshalb bislang davon aus, dass der Junge zuvor einen Unfall hatte.

Kurz bevor die Polizisten den Jungen stoppten, war er an einer Tankstelle in der Stadt Cobar angehalten und wieder verschwunden, ohne zu bezahlen. Der Tankstellenbetreiber sagte, als er ihn gesehen habe, habe er wie eine nette Person gewirkt, die vielleicht 19 oder 20 Jahre alt gewesen sei. "Als mir die Polizei gesagt hat, dass er zwölf ist, war ich geschockt."

Die Beamten stellten den minderjährigen Autofahrer unter Arrest, bis er an seine Eltern übergeben werden konnte. Die Eltern hatten ihn, nachdem er das Auto zu Hause entwendet hatte, als vermisst gemeldet, die Suche war allerdings ohne Erfolg geblieben.

Ob er für das Fahren ohne Führerschein oder möglicherweise das Tanken ohne zu bezahlen mit einer Strafe rechnen muss, ist bislang nicht bekannt. Eine Sprecherin der Polizei mahnte, dass der Junge nicht nur sein eigenes Leben mit der Aktion riskiert hatte, sondern auch das aller Autofahrer, die ebenfalls auf der Strecke unterwegs waren. Bislang ist ungeklärt, was der Junge in Perth wollte. Seine Befragung steht noch aus.

© SZ.de/dpa/vbol/dayk
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