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Aufregung um Mandela-Standbild:Hase im Ohr

Enthüllung der Nelson-Mandela-Statue

Am 16. Dezember, einen Tag nach der Beerdigung Nelson Mandelas, wurde die Statue des ehemaligen Staatschefs enthüllt.

(Foto: Getty Images)

Hatte Nelson Mandela je einen Hasen im Ohr? Nein, sagt die südafrikanische Regierung - und hält es daher für unangebracht, dass in eine Statue des verstorbenen Nationalhelden ein kleines Hoppeltier eingefügt wurde. Jetzt soll die Würde des Standbildes wieder hergestellt werden.

Manche Leute setzen anderen einen Floh ins Ohr, zwei südafrikanische Bildhauer haben sich für einen Hasen entschieden. Sie platzierten ein kleines Langohr aus Bronze in der Hörmuschel einer Statue Nelson Mandelas - und bekommen dafür nun Ärger mit der Regierung.

Neun Meter misst die Figur, die am Tag nach Mandelas Beerdigung in Pretoria enthüllt wurde. Sie ist das weltweit größte Standbild zu Ehren des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas. Lange Zeit hatte niemand das kleine Tier bemerkt, dann berichtete eine Zeitung darüber. Durch die Medien aufgeschreckt, schaltete sich die Regierung ein und forderte eine schnelle Entfernung des Hasen.

"Wir glauben nicht, dass das angemessen ist, da Nelson Mandela nie einen Hasen im Ohr hatte", zitiert die BBC den Sprecher des Kulturministeriums, Mogomotsi Mogodiri. Die Aktion sei nicht mit den Behörden abgesprochen gewesen. Jetzt sei es geboten, der Skulptur ihre Würde zurückzugeben.

Der Hase des Anstoßes.

(Foto: AP)

Schuld an dem Frevel sind die beiden Bildhauer André Prinsloo und Ruhan Janse van Vuuren. Der Hase ist ihr Markenzeichen. Sie wollten damit gegen die Behörden protestieren, die ihnen verboten hatten, ihren Namen in die mehr als eine halbe Million Euro teure Skulptur einzugravieren, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Das Wort für Hase - "haas" - ist auf Afrikaans gleichbedeutend mit Hast. Es wird berichtet, die beiden Künstler hätten unter extremem Zeitdruck gearbeitet, um die Statue rechtzeitig fertigstellen zu können.

Inzwischen entschuldigten sich Prinsloo und Van Vuuren für ihren "schlechten Scherz". Gleichzeitig blieben sie jedoch bei der Aussage, der kleine Hase habe der Würde des Standbildes keinen Abbruch getan.

© Süddeutsche.de/AFP/feko/sana

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