Auferstehung Jesu:Papst Franziskus feiert Osternacht im Petersdom

Papst Franziskus

"Lasst uns niemals aufgeben: Es gibt keine Situation, die Gott nicht ändern könnte." Papst Franziskus bei der Osternacht im Petersdom in Rom. 

(Foto: dpa)

Für den Argentinier Bergoglio war es eine Premiere: Papst Franziskus hat im Petersdom mit Tausenden Gläubigen die Auferstehung Jesu gefeiert. Doch er wandte sich auch an die Ungläubigen - und forderte die Menschen dazu auf, nicht das Vertrauen zu verlieren.

Papst Franziskus hat sich in der Osternacht auch an die Ungläubigen und jene Katholiken gewandt, die sich von Gott entfernt haben. Diese sollten "einen Schritt nach vorn" machen, und Gott werde sie "mit offenen Armen empfangen", sagte der Papst am Samstagabend vor Tausenden Gläubigen bei der Osternacht im Petersdom.

Für Jorge Mario Bergoglio war diese Feier zur Auferstehung Jesu wie auch alle anderen Messen der Ostertage eine Premiere als Oberhaupt der katholischen Kirche.

"Wenn Du unentschlossen bist, riskiere: Du wirst nicht enttäuscht sein", sagte Franziskus bei der Messe, bei der die Auferstehung Jesu von den Toten gefeiert wird.

Der Papst appellierte an die Christen sowie alle anderen Menschen, nicht das Vertrauen zu verlieren. "Hab keine Angst, vertraue ihm, er ist Dir nah und wird Dir den Frieden geben, den Du suchst", sagte der 76-Jährige. "Lasst uns niemals aufgeben: Es gibt keine Situation, die Gott nicht ändern könnte."

Begonnen hatte die Messe damit, dass das Osterlicht in den Dom gebracht wurde und diesen erhellte. Bei der Messe taufte der vor gut zwei Wochen gewählte Papst auch vier Erwachsene. Am Karfreitag hatte Franziskus gemeinsam mit tausenden Gläubigen den Kreuzweg gebetet. Im Zentrum der Gebete und Meditationen stand in diesem Jahr die Lage in der Region des Nahen und Mittleren Ostens.

Turiner Grabtuch im Livestream

Das Turiner Grabtuch, in das nach katholischer Auffassung die Leiche des gekreuzigten Jesus Christus eingewickelt worden war, war am Samstag eine halbe Stunde lang auf dem italienischen Sender Rai Uno zu sehen. Auch im Internet wurde das Tuch per Livestream gezeigt. Es war erst das zweite Mal, dass das berühmte Grabtuch live im Fernsehen gezeigt wurde. Die erste Präsentation hatte im November 1973 für Aufsehen gesorgt. Als die Reliquie 2010 in der Kathedrale von Turin ausgestellt wurde, lockte sie zwei Millionen Besucher an.

Papst Franziskus sagte zu der erneuten Fernsehpräsentation in einer Video-Botschaft, der Abdruck des Gesichts in dem Grabtuch gleiche "den vielen Gesichtern von Männern und Frauen, verletzt von einem Leben, das ihre Würde missachtet, von Kriegen und von Gewalt, welche die Schwächsten trifft". Und doch vermittle "das Gesicht des Grabtuchs großen Frieden". Der Papst zitierte außerdem ein Gebet des heiligen Franz von Assisi, nach dem er sich nach seiner Wahl am 13. März benannt hatte.

Am Sonntag werden zehntausende Menschen zur großen Ostermesse auf dem Petersplatz erwartet. Neben dem berühmten Segen "Urbi et Orbi" sendet der Papst bei dieser Gelegenheit traditionsgemäß auch Ostergrüße in zahlreichen Sprachen an die Gläubigen in aller Welt.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB