Initiative von Til Schweiger Zweifel an Plänen zu Flüchtlingsheim

Til Schweiger FILE - German actor Til Schweiger attends a press conference for 'The Necessary Death Of Charlie Countryman' during the 63rd annual Berlin International Film Festival, in Berlin, Germany, 09 February 2013. Photo: Hannibal Hanschke/dpa (zu dpa 'Til Schweiger entsetzt über fremdenfeindliche Facebook-Kommentare' vom 20.07.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

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  • Der Plan des Schauspielers Til Schweiger, eine Unterkunft für Flüchtlinge zu bauen, könnte möglicherweise zum Scheitern verurteilt sein.
  • Einem Medienbericht zufolge soll das Unternehmen, mit dem Schweiger zusammenarbeiten will, nicht kreditwürdig sein.
Von Peter Burghardt, Hamburg

Til Schweiger beweist bemerkenswerten Mut, wenn er sich öffentlich für Zuwanderer und gegen Rassisten einsetzt. Der Schauspieler und Filmemacher nimmt dafür auch Spott in Kauf und Hasstiraden. Sogar eine Unterkunft für Flüchtlinge will Schweiger nun bauen, gemeinsam mit Partnern in der Kleinstadt Osterode im Harz. Ein mit ihm befreundeter Investor hat dort 2014 die vormalige Rommel-Kaserne erworben, dem Vernehmen nach für 160 000 Euro, jetzt soll das Gelände in ein modernes Aufnahme-Camp verwandelt werden.

"Ein Vorzeige-Flüchtlingsheim" kündigte der Unterhalter an. In einer ZDF-Talkshow traf er am vergangenen Donnerstag auch auf den niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius (SPD), das Bundesland braucht dringend Platz. Doch es gibt neue Zweifel an den Bauherren.

Möglicherweise handelt es sich um eine Briefkastenfirma

Der Sender NDR meldet, dass der Käufer namens Princess of Finkenwerder von Schweigers Bekannten Wolfgang Koch alles andere als liquide sei. Der Geschäftsmann hatte die 80 000 Quadratmeter des früheren Bundeswehr-Areals erworben und müsste offenbar einen enormen Beitrag dafür aufwenden, die marode Anlage zu renovieren. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform indes hält das Unternehmen für nicht kreditwürdig, es lägen "schuldnerregisterliche Eintragungen vor".

Der NDR äußert obendrein den Verdacht, dass sich es sich bei der Princess of Finkenwerder um eine Briefkastenfirma handelt. Dazu kommt ein weiterer Mitstreiter, der kürzlich Schweiger ins Fernsehen begleitete und auf einer Website mit Söldnern warb, inzwischen ist dieses Greenzone Consulting offline.

Die Linke hatte bereits im März vor einer Zusammenarbeit von Niedersachsen und Princess of Finkenwerder gewarnt. Die Rommel-Kaserne sei "ideal für die menschenwürdige Unterbringung von an Leib und Leben bedrohten asylsuchenden Menschen", so damals der Kreistagsabgeordnete Frank Kosching: "Aus unserer Sicht ist dies jedoch mit dem gegenwärtigen Eigentümer nicht seriös machbar. Das Land Niedersachsen arbeitet offenbar mit einer Firma zusammen, die aus unserer Sicht unqualifiziert und unseriös ist."