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Astronomie:Sternenhimmel September

Mehr als 370 000 Fotos hat die Raumsonde Cassini von Saturn und seinen Monden Richtung Erde geschickt. Nach 13 Jahren lässt man sie nun kontrolliert abstürzen. Dies - und weitere Geschichten aus dem Weltall.

Sterne und Sternbilder: Pegasus, das geflügelte Pferd der griechischen Mythologie, schwebt jetzt im Osten dahin. Unterhalb seiner viereckigen Figur schimmern die schwachen Sterne des Wassermanns. Hoch im Süden dominiert immer noch das Sommerdreieck aus den hellen Sternen Atair (Adler), Deneb (Schwan) und Wega (Leier). Im Westen prangt der Herkules, während sich über dem Südhorizont die Tierkreisbilder Steinbock und Schütze versammeln. Gleichsam im Rückwärtsgang schwingt der Große Wagen um den nördlichen Himmelspol, den der Polarstern markiert. Um diesen aufzufinden, verlängern wir die Hinterachse des Großen Wagens um ungefähr das Fünffache. Der Polarstern wiederum steht an der Deichselspitze des Kleinen Wagens. Nach Osten zu blinken das "W" der Kassiopeia sowie die Sternenkette der Andromeda; unter idealen Sichtverhältnissen erkennt man in dem Bild mit bloßem Auge ein verwaschenes Lichtfleckchen - die 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Andromedagalaxie.

Planeten, Mond, Sonne: Nach Einbruch der Dunkelheit leuchtet im Südwesten Saturn in ruhigem Licht. Der Ringplanet steht im Schlangenträger und wird in den nächsten Wochen Schlagzeilen machen: Der Raumsonde Cassini, die vor gut 13 Jahren in eine Umlaufbahn um Saturn einschwenkte, geht der Sprit aus. Am 15. September soll das zweieinhalb Tonnen schwere Vehikel daher kontrolliert in die Atmosphäre des Gasriesen abstürzen. Mehr als 370 000 Bilder hat Cassini aus der Welt des Saturn und seiner Monde übermittelt. Ein Höhepunkt der Mission war das Absetzen der Sonde Huygens, die 2005 auf der Oberfläche des Saturntrabanten Titan landete. Während sich Jupiter im Sternbild Jungfrau um die Monatsmitte vom Abendhimmel zurückzieht, erscheint Mars am morgendlichen Firmament im Löwen. In dieser Konstellation und nahe dem Hauptstern Regulus strahlt auch Venus. Am 18. und 19. September lohnt sich für Frühaufsteher der Blick zum Osthorizont: Gegen 6 Uhr stehen dort Venus, Mars, Merkur und Regulus. Zum Quartett gesellt sich die sehr schmale Sichel des abnehmenden Mondes. Die Phasen des Erdbegleiters: Vollmond am 6., Letztes Viertel am 13., Neumond am 20. und Erstes Viertel am 28. September. Am 22. September kreuzt die Sonne auf ihrer Jahresbahn den Himmelsäquator, um 22.02 Uhr beginnt der astronomische Herbst.

© SZ vom 04.09.2017

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