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Sternenhimmel Oktober:Mars regiert die Stunde

Sternkarte für den Oktober 2020 - korrigiert

Der Nordhimmel im Oktober.

(Foto: Martin Rothe)

So nah wie in diesem Monat kommt der Mars der Erde erst wieder im Jahr 2035. Sogar die mit Wassereis überzogenen Polkappen des Roten Planeten kann man mit dem Amateurfernrohr erkennen.

Von Helmut Hornung

Highlight: "Der Tag bricht an, und Mars regiert die Stunde", lässt Friedrich Schiller seinen Wallenstein im Drama sagen. Das könnte das Motto des aktuellen Sternenhimmels sein, denn der Rote Planet steht jetzt im Blickpunkt der Astronomen. Am 14. Oktober gelangt er in Opposition zur Sonne, zeigt sich also die ganze Nacht über im Bild Fische. Bereits am 6. Oktober erreicht er mit 62,07 Millionen Kilometern seine größte Erdnähe. Diese vergleichsweise geringe Distanz lässt Mars erstrahlen, er ist nach Mond und Venus derzeit das dritthellste Objekt am Nachthimmel. Zudem erscheint das Planetenscheibchen recht groß, und schon das Amateurfernrohr zeigt auf der Marsoberfläche helle und dunkle Gebiete sowie die weißen, zum Teil mit Wassereis überzogenen Polkappen. Gelegentlich toben in der dünnen Atmosphäre heftige Staubstürme, die im Teleskop als gelbe Regionen erscheinen und über mehrere Wochen sogar den gesamten Planeten einhüllen können. Mars wird der Erde erst wieder 2035 so nahe kommen wie in diesem Jahr.

Sterne und Sternbilder: Während im Südwesten das Sommerdreieck mit Atair im Adler, Deneb im Schwan und Wega in der Leier auffällt, hat hoch im Süden das Pegasus-Viereck Stellung bezogen. Tiefer schimmern Fische, Wassermann und Steinbock. Knapp über dem Horizont funkelt Fomalhaut, der Hauptstern des Südlichen Fisches. Nicht sehr hoch im Norden rollt der Große Wagen dahin. Hoch am Himmel prangt das "W" der Kassiopeia, östlich davon steht die Andromeda. Dicht über dem nordwestlichen Horizont leuchten Bootes und Krone, im Nordosten blinkt Kapella im Fuhrmann.

Sternkarte für den Oktober 2020 - korrigiert

Der Südhimmel im Oktober.

(Foto: Martin Rothe)

Planeten, Mond und Meteore: Merkur bleibt im Oktober unsichtbar, Venus gibt den Morgenstern und strahlt vor Sonnenaufgang im Osten. Während Mars schon am frühen Abend seinen großen Auftritt beginnt, nimmt Jupiter im Schützen allmählich Abschied von der Himmelsbühne und geht Ende des Monats gegen 21.15 Uhr unter. Saturn, ebenfalls im Schützen, tut es ihm gleich und verschwindet schon am späten Abend von der Bildfläche. In diesem Monat gibt es zwei Vollmonde, am 1. und am 31. Oktober. Die weiteren Mondphasen: Letztes Viertel am 10., Neumond am 16. und Erstes Viertel am 23. Oktober. Am 21. Oktober erreichen die Orioniden ihr Maximum, um die 25 Meteore werden wohl stündlich über den Himmel flitzen. In der Nacht zum 25. Oktober endet die Sommerzeit, die Uhren werden um eine Stunde zurückgestellt.

© SZ/moge
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