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Astronomie:Sternenhimmel im November

Nur 14 Mal in diesem Jahrhundert zieht Merkur direkt vor der Sonnenscheibe vorbei. In ein paar Tagen ist es so weit. Viele Volkssternwarten haben deswegen geöffnet.

Highlight: Merkur steht im Blickpunkt der Amateur-Astronomen. Am 11. November wird der Planet als winziger schwarzer Punkt vor der gleißend hellen Sonnenscheibe vorüberziehen. Der nach dem römischen Götterboten benannte Himmelskörper ist mit rund 4880 Kilometern Durchmesser der kleinste Planet - und der schnellste: In nur 88 Tagen rast er einmal um die Sonne. Kein anderer Planet kommt der Sonne näher als er, 46 Millionen Kilometer beträgt die minimale Sonnenentfernung, die er auf seiner eiförmigen Bahn erreicht. Dabei kommt Merkur alle 116 Tage in untere Konjunktion - ein Fachwort aus der Astronomie. Es bedeutet, von der Erde aus betrachtet, dass sich ein innerer Planet (also Venus oder eben Merkur) am Himmel in derselben Richtung befindet wie die Sonne. Wegen der Bahnneigungen von Merkur und Erde zieht der Götterbote meist oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbei. Am 11. November jedoch ist er direkt vor ihr zu sehen. Ein solcher Transit ist relativ selten, im 21. Jahrhundert gibt es lediglich 14. Der aktuelle beginnt um 13.35 Uhr und dauert bis 19.04 Uhr. Leider geht die Sonne in unseren Breiten gegen 16.45 Uhr unter. Wer das Ereignis beobachten will, benötigt ein Teleskop mit sicherem Sonnenfilter oder Projektionsschirm. Daher haben viele Volkssternwarten am 11. November geöffnet.

Sterne und Sternbilder: Über dem Südhorizont glänzt Fomalhaut im Südlichen Fisch. Pegasus und Andromeda funkeln hoch über unseren Köpfen. Im Südosten leuchtet der Stier mit dem hellen Hauptstern Aldebaran, im Westen prangt das Sommerdreieck mit Atair (Adler), Deneb (Schwan) und Wega (Leier). Großer und Kleiner Wagen stehen ziemlich genau im Norden. Hoch über dem Polarstern finden wir auch die Kassiopeia. Am nordöstlichen Himmel funkelt Kapella im Fuhrmann, über dem nordwestlichen Horizont schimmert Herkules.

Planeten, Mond, Meteore: Vom 23. November an lässt sich Merkur zwischen 6.30 und sieben Uhr über dem Südosthorizont erspähen. Ebenfalls morgens taucht Mars in der Jungfrau auf. Venus hingegen strahlt tief am abendlichen Südwesthimmel. Dort leuchtet auch Jupiter, der langsam vom Schlangenträger in den Schützen zieht. Am Abend des 28. November flankieren Venus und Jupiter dicht über dem Horizont die Mondsichel. Höher und weiter östlich steht Saturn im Schützen. Der Fahrplan des Mondes: Erstes Viertel am 4., Vollmond am 12., Letztes Viertel am 19. und Neumond am 26. November. Die Sternschnuppen der Leoniden blitzen von Mitte bis Ende des Monats auf. In der Nacht zum 18. November werden die meisten zu sehen sein, etwa 15 Meteore pro Stunde.

© SZ vom 04.11.2019
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