Astronomie Sternenhimmel Dezember

Mitte des Monats kommen Meteorbeobachter auf ihre Kosten: Dann flitzen die Geminiden über das Firmament, etwa jede Minute eine Sternschnuppe. Merkur ist mit bloßem Auge ab dem 10. Dezember zu sehen.

Von Helmut Hornung

Highlight: Nicht nur in lauen Sommernächten fallen die Sterne vom Himmel. Auch Mitte Dezember kommen Meteorbeobachter auf ihre Kosten, wenn die Geminiden über das Firmament flitzen. Zwischen dem 12. und 14. Dezember erreicht dieser Strom seinen Höhepunkt. In den Abendstunden stört das Licht des zunehmenden Mondes, nach 22 Uhr ist der Blick auf die Schnuppen aber ungetrübt - vorausgesetzt, man postiert sich an einem dunklen Ort mit freiem Blick nach oben. Dann wird man durchschnittlich jede Minute ein Lichtpünktchen aufleuchten und über den Himmel ziehen sehen. Dahinter stecken kosmische Körnchen, die mit einer Geschwindigkeit von 120 000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eindringen. Anders als die meisten anderen Sternschnuppen, etwa die bekannten Perseiden im August, stammen die Geminiden nicht von einem Kometen. Ihr Mutterkörper ist der Asteroid Phaeton. Auf seiner stark elliptischen Umlaufbahn nähert er sich alle 524 Tage der Sonne bis auf gut 20 Millionen Kilometer. Dann wird es heiß auf dem rund fünf Kilometer großen Brocken, und die Staubpartikel fliegen von seiner Oberfläche ins All. Rast die Erde durch diese "Sandbank", regnet es Sternschnuppen.

Sterne und Sternbilder: Im Südosten prangt mit Orion eines der bekanntesten Wintersternbilder. Oberhalb von ihm funkelt der orangefarbene Aldebaran im Stier, noch höher am Himmel steht der offene Sternhaufen der Plejaden. Pegasus mit dem markanten Herbstviereck ist nach Südwesten gerückt; an das geflügelte Pferd der Griechen schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. Knapp über dem südwestlichen Horizont funkelt einsam der Stern Fomalhaut. Die Deichsel des Großen Wagens zeigt fast genau auf den Nordpunkt. Im Nordosten leuchten die Zwillinge mit Kastor und Pollux sowie darüber der Fuhrmann mit der hellen Kapella. Das "M" der Kassiopeia steht hoch im Norden.

Planeten und Mond: Merkur finden wir mit bloßem Auge zwischen 10. und 18. Dezember vor Sonnenaufgang tief im Osten. Venus geht strahlend schön um kurz nach vier Uhr auf, Mars bewegt sich vom Wassermann in die Fische und scheint während der ersten Nachthälfte. Jupiter wandert vom Skorpion in den Schlangenträger und zeigt sich im letzten Monatsdrittel jeweils kurz am Morgenhimmel. Neumond ist am 7., Erstes Viertel am 15., Vollmond am 22. und Letztes Viertel am 29. Dezember. Am 21. Dezember erreicht die Sonne den niedrigsten Punkt ihrer Jahresbahn, um 23.23 Uhr beginnt dann der astronomische Winter.