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Sternenhimmel August:Sternschnuppen in den Morgenstunden

(Foto: Martin Rothe)

Jupiter und Saturn sind die beiden Stars in diesem Monat. Und am östlichen Morgenhimmel glänzt die Venus.

Von Helmut Hornung

Highlight: Der Komet Neowise legte im Juli einen Galaauftritt hin. Mit ansehnlichem Schweif ausgestattet, zeigte er sich zunächst am frühen Morgen, dann am späten Abend dem bloßen Auge. Hinter dieser glanzvollen Erscheinung steckte ein rund fünf Kilometer großes, tiefgefrorenes Konglomerat aus Eis, Staub und porösem Gestein. Millionen solcher Kometenkerne treiben an den Grenzen des Sonnensystems - Bauschutt aus der Zeit, da die Planeten geboren wurden. Manche dieser kosmischen Trümmer kommen nur ein einziges Mal in Sonnennähe, andere immer wieder. Zu diesen periodischen Kometen gehört 109P/ Swift-Tuttle. Er umrundet in etwa 133 Jahren die Sonne. Das geht ihm buchstäblich an die Substanz, denn er verliert dabei Materie. Einmal im Jahr durchquert unser Planet die Kometenbahn und wird dabei von den Bröseln bombardiert, die mit einer Geschwindigkeit von 216000 Kilometern pro Stunde in die irdische Atmosphäre eindringen - am Firmament blitzen die Perseiden auf. In den frühen Morgenstunden des 12. August erreichen diese Sternschnuppen ihr Maximum. Es sollen heuer mehr als sonst werden, denn die Astronomen rechnen auch mit Krümeln, die schon im Jahr 1479 von Swift-Tuttle abgesplittert sind. Leider erhellt die Sichel des abnehmenden Mondes nach Mitternacht den Himmel, sein Licht verringert die Zahl der stündlich sichtbaren Meteore auf vielleicht 20 bis 40.

Sterne und Sternbilder: Hoch im Süden prangt das Sommerdreieck mit den Sternen Atair im Adler, Deneb im Schwan und Wega in der Leier. Über dem südlichen Horizont flimmern Steinbock, Schütze und der auffällige Skorpion. In Richtung Westen leuchten Herkules, Krone und Bootes. Mit aufragender Deichsel dominiert der Große Wagen den Nordwesten, im Norden blinkt der Kleine Wagen, dessen Deichselspitze der Polarstern bildet. Das Pegasus-Viereck mit der Sternenkette der Andromeda fällt im Nordosten ins Auge, ebenso das markante "W" der Kassiopeia.

Planeten und Mond: Die beiden Stars im August sind Jupiter und Saturn. Das helle Planetenduo steht am späten Abend ziemlich genau im Süden, in der Gegend von Schütze und Steinbock. Mars in den Fischen nimmt an Helligkeit zu und geht zur Monatsmitte gegen 23 Uhr auf. Am östlichen Morgenhimmel glänzt Venus, und auch der wesentlich lichtschwächere Merkur erscheint in den ersten Augusttagen vor Sonnenaufgang jeweils für kurze Zeit knapp über dem nordöstlichen Horizont. Vollmond ist am 3. August, Letztes Viertel am 11., Neumond am 19. und Erstes Viertel am 25. August.

© SZ/marli

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