Arrangierte Ehen in Indien„Liebe ist ein Fremdwort in unserer Familie“

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Noch immer werden in Indien viele Ehen von Familienmitgliedern arrangiert. (Symbolfoto)
Noch immer werden in Indien viele Ehen von Familienmitgliedern arrangiert. (Symbolfoto) Getty Images

Noch immer werden in Indien die meisten Ehen von Familien arrangiert. Wer sich dagegen wehrt, steht am Ende oft allein da. Ayra ist seit sieben Jahren mit einem Mann zusammen, von dem ihre Eltern nichts wissen - und nichts wissen dürfen.

Von Thomas Hahn, Delhi

Liebe heißt auf Hindi Pyaar. Das Wort gibt es also in der meistgesprochenen Sprache Indiens, es wird auch durchaus verwendet. Es kommt in romantischen Liedern vor, in Film- und Buchtiteln, in Gesprächen. Und schon daran konnte Ayra früh erkennen, dass diese verdruckste Art, mit der ihre Eltern das Gefühl zwischen zwei Menschen behandelten, nicht viel mit der Wahrheit zu tun hatte. Aber ihre Eltern redeten einfach nicht darüber. „Liebe ist ein Fremdwort in unserer Familie“, sagt Ayra, „ein Tabu.“ Es sei vorgekommen, dass die Eltern den Fernseher ausmachten, wenn sich in einer Serie zwei Menschen zu nahekamen. Und als ihre Mutter feststellte, dass Ayra in der Schule einen Freund hatte, gab es Ohrfeigen. Ayra macht eine Bewegung mit der flachen Hand. „Ich durfte nicht mit Jungen reden.“

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SZ PlusVon Thomas Hahn (Text und Fotos)

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