Die Passstraße über den Arlberg in Österreich muss nach schweren Unwetterschäden bis auf Weiteres gesperrt bleiben. Die Lage werde täglich neu bewertet, teilte das Land Tirol mit. Am Samstag hieß es noch, die Straße könne am Sonntagnachmittag wieder freigegeben werden.
Die Arlbergstraße ist eine wichtige Verbindungsroute zwischen den westlichen Bundesländern Tirol und Vorarlberg. Am Freitagabend wurde die Straße durch Erdrutsche blockiert. Im Zuge des Unwetters wurde die Fahrbahn auch an einer Stelle unterspült und brach ab.

Normalerweise wird der Arlberg durch den darunterliegenden Tunnel durchquert, doch der ist derzeit wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Deshalb müssen Autofahrer auf dem Weg von Tirol nach Vorarlberg nun weiterhin weiträumige Ausweichrouten durch das Tiroler Lechtal oder über Bayern nehmen. Die Zugstrecke durch den Tunnel ist vom Unwetter nicht betroffen.
Nahe der Arlbergstraße wurde auch die Silvretta-Hochalpenstraße am Freitag erneut von einer Mure verschüttet. Die beliebte Alpen-Panoramaroute war bereits seit Mitte Juli nach einem großen Felssturz gesperrt. Nachdem der jüngste Erdrutsch unter anderem drei Bagger erfasst hatte, mussten die Aufräumarbeiten unterbrochen werden.
Bei dem Unwetter am Freitagabend traten auch in St. Anton am Arlberg zwei Bäche über die Ufer. Das Wasser drang in Keller ein, einige Straßen wurden geflutet und eine Brücke zerstört. Mehrere Autos wurden in einen Fluss gerissen, die Fahrzeuge waren jedoch nicht besetzt.
In anderen Teilen Tirols gingen ebenfalls massive Erdrutsche ab. Die Sellraintalstraße (L13) soll mindestens bis Montag gesperrt bleiben.

