Süddeutsche Zeitung

SZ-Kolumne "Bester Dinge":Du mich Bauch

Lesezeit: 1 min

Es gibt jetzt endlich einen schwangeren Mann als Apple-Emoji. Als weltoffener Mensch kann man das nur begrüßen.

Von Martin Zips

In München gibt es einen Weißwurst-Metzger mit dem tollen Namen Magnus Bauch. Sein Laden findet sich im sogenannten Schlachthofviertel, welches der Münchner auch als Bauch seiner Stadt bezeichnet.

Ja, mit dem Bauch hat es der Mensch generell irgendwie. Zum Beispiel, wenn er gerade Schmetterlinge darin verspürt oder sonst ein Bauchgefühl hat. Dem Bauchgefühl verleiht der Mensch dann gerne mit einem Emoji Ausdruck. Emojis klickt man an, wenn man in einer Textnachricht sagen möchte, dass man sich gerade wie eine Erdnuss fühlt, wie eine Brezel oder eine Aubergine. Fühlt sich der Mensch wie eine Wurst, so wählt er den Hotdog aus der Apple-Emoji-Liste. Nur eine Weißwurst findet sich dort leider nicht. Nicht mal nach dem neuesten Software-Update.

Was sich aber dort bald findet: Ein Mann, der einen dicken Bauch hat. Einen magnus Bauch sozusagen. Damit kann man zum Beispiel mitteilen, dass man viele Weißwürste gegessen hat. Manche, so heißt es, deuten das neue Emoji auch als schwangeren Mann. Das passt gut in eine Zeit, in der die Geschlechtergrenzen mehr und mehr verwischen. Röcke, Hosenanzüge, lackierte Fingernägel - das ist alles nicht mehr so cis wie früher. Aber letztlich ist das natürlich eine Frage des persönlichen Bauchgefühls. Fox-News-Moderator Tucker Carlson etwa ist noch sehr cis. Er hat sich über das Emoji ziemlich aufgeregt. Für den weltoffenen Münchner indes ist so ein schwangerer Mann gar kein Problem. Denn wie sagte der Weißwurst-Metzger Magnus Bauch einmal? "Wir im Schlachthofviertel sehen uns als Kosmopoliten."

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