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Anzeigenverbot:Britische Werbeaufsicht verbannt Magermodel-Anzeige

Elle/ Werbung/ Model zu mager; Yves-Saint-Laurent-Model

Von der britischen Werbeaufsicht verboten: Die Anzeige der Modemarke Yves Saint Laurent, die der Behörde zufolge, eine Frau mit "ungesundem Untergewicht" abbilde.

(Foto: YSL)
  • Die britische Werbeaufsicht (ASA) hat eine Anzeige für die Modemarke Yves Saint Laurent gestoppt, weil das Model "ungesund untergewichtig" sei.
  • Zuvor hatte sich eine Leserin über das Foto in der britischen Ausgabe des Frauenmagazins Elle beschwert.

Besorgniserregender Anblick

Lange, fast schon krankhaft mager wirkende Beine, dünne Arme, der Oberkörper kaum mehr als Haut und Knochen. Der Anblick des Models, das auf einem Werbefoto in der britischen Ausgabe des Frauenmagazins Elle erschien, ist eher besorgniserregend als sexy. Das fand auch eine Leserin und beschwerte sich über die Anzeige für die Luxus-Modemarke Yves Saint Laurent.

Die britische Werbeaufsicht Advertising Standards Authority (ASA) gab der Frau recht und verbot die Anzeige mit dem Hinweis, so dürfe das Bild in Zukunft nicht erscheinen. Das sich auf dem Boden räkelnde Model sei "ungesund untergewichtig", das Werbefoto daher "unverantwortlich", urteilte die ASA. Die britische Werbeaufsicht kritisierte vor allem den Fokus der Aufnahme, der auf die streichholzdünnen Beine der jungen Frau zielt, und beklagte das tiefe Dekolleté, bei dem die Rippenbögen deutlich zu sehen seien, heißt es in einer Stellungnahme der Behörde.

Das bekannte Modehaus erklärte der ASA zufolge, es stimme der Einschätzung der Behörde nicht zu. Auf eine ausführliche Antwort auf die Entscheidung verzichtete es aber.

Magermodels sollen von Frankreichs Laufstegen verschwinden

Erst Mitte April hatte die französische Nationalversammlung ein umstrittenes Verbot untergewichtiger Mannequins beschlossen. Es sieht vor, dass auf französischen Modeschauen oder bei Fotoshootings künftig keine Models mehr arbeiten dürfen, die einen bestimmten noch festzulegenden Body-Mass-Index unterschreiten. Wer trotz des Verbots extrem magere Models beschäftigt, dem würden bis zu sechs Monate Gefängnis und eine Strafe von 75 000 Euro drohen. Das Gesetz muss allerdings noch durch den Senat, den die oppositionellen Konservativen dominieren. Diese sehen das Berufsverbot kritisch und sprechen von Diskriminierung.

Modelagenturen in Paris, einer der Hauptstädte der internationalen Modewelt, hatten gegen das anvisierte Verbot protestiert: Es sei falsch, Magersucht als seelisch bedingte Krankheit und die Schlankheit von Models zu vermischen. Ähnliche Maßnahmen wie in Frankreich gibt es allerdings bereits in Spanien, Italien und Israel.