Anweisung der Behörden in Hamburg Nena darf nicht mehr Gassi gehen

Nena hat Ärger wegen ihres freilaufenden und offensichtlich bissigen Dobermann-Hündin.

(Foto: dpa)

Weil ihre freilaufenden Hunde ein Reh gerissen haben, hat Sängerin Nena Ärger mit den Behörden: Vorläufig darf sie mit ihren Tieren nicht mehr in der Öffentlichkleit spazieren gehen.

Was ist passiert?

Bislang war nicht bekannt, dass von Popsängerin Nena eine Gefahr ausgehen kann. Im Gegenteil: Seit dem Song 99 Luftballons, der sie Anfang der Achtzigerjahre bekannt machte, gilt sie sogar als Stimme der Friedensbewegung. Doch nun lernen wir: Die Sängerin kann auch anders, oder besser gesagt: Ihre lieben Haustiere. Zweimal sollen ihre drei Hunde bereits Rehe gehetzt haben, eines starb sogar.

Wie bitte?

Tatsächlich scheinen Nenas Hunde ziemlich schlecht erzogen zu sein. Deshalb hat die 55-jährige Sängerin jetzt mächtig Ärger mit der Justiz: Der Vorfall ereignet sich nach einem Bericht der Bunten im Februar, als Dobermann-Hündin Ella ein Reh totgebissen haben soll - und das obwohl in dem Gebiet im Hamburger Stadtteil Rahlstedt Leinenzwang besteht.

Zwar hat die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren wegen Jagdwilderei eingestellt, das Bezirksamt Hamburg-Wandsbek hat der 55-Jährigen dennoch eine Auflage gemacht: Nena darf nicht mehr mit ihrer Hündin Ella spazieren gehen.

Nena

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Ist das endgültig?

Vorläufig ja. Das Gassi-Verbot, so sagt eine Sprecherin des Bezirksamtes, kann nur aufgehoben werden, wenn Nena "aktiv wird".

Die Behörde verlangt aber nicht, dass sich Nena künftig als Tierschützerin engagiert und Rehe vor dem Erschießen rettet. Sie soll sich lediglich besser um die Erziehung ihrer Tiere kümmern. Sollte ein Hundetrainer Ella "Fortschritte im Gehorsam und in der Leinenführung" attestieren, könne man das Verbot überprüfen, so die Behördensprecherin.

Was lernen wir daraus?

Nena gilt als Anhängerin einer freien Erziehung mit möglichst wenig Regeln und einengenden Vorschriften. Im Jahr 2007 hat sie gemeinsam mit einigen Mitstreitern sogar eine eigene Bildungseinrichtung gegründet, die Neue Schule Hamburg. Dort dürfen die Kinder lernen, was sie wollen, es gibt keine Klassen, keine Noten und keinen Stundenplan. Die Erkenntnis aus der Geschichte mit dem Bezirksamt ist vielleicht, dass das Konzept der antiautoritären Erziehung eher schlecht auf Dobermänner übertragbar ist.