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Anschlag in Manchester:Wo Menschen sind, werden Handyvideos gemacht

"Im Idealfall bekommt man über die Handyvideos den entscheidenden Hinweis, der zum Täter oder zu einem Komplizen führt", sagt die BKA-Sprecherin. In jedem Fall könne man die Aufnahmen mit den Beobachtungen potenzieller Augenzeugen abgleichen und dadurch weitere Informationen zum Tatgeschehen erlangen.

So lässt sich möglicherweise erkennen, was der Täter anhatte, in welche Richtung er geflohen ist oder, wenn er sich wie in Manchester selbst getötet hat, ob er zuvor womöglich mit jemandem gesprochen oder telefoniert hat. Jeder Hinweis könne wichtig sein, sagt die Sprecherin. Und: Handyvideos würden fast überall gemacht, wo Menschen sind, während Überwachungskameras von Land zu Land und von Stadt zu Stadt unterschiedlich häufig vorzufinden seien.

Das Hinweisportal des BKA ist seit seiner Einführung schon mehrfach eingesetzt worden, nicht nur im Zusammenhang mit Terrorismus. Nach den Übergriffen auf Hunderte Frauen in Köln in der vorvergangenen Silvesternacht sammelte die Polizei auf diese Art Hinweise zum Tatgeschehen. Auch wenn es bei Fußballspielen zu Ausschreitungen unter den Fans kommt, schalten die Beamten bisweilen eine entsprechende Seite frei, um einzelne Personen zu identifizieren und nachzuvollziehen, wer welche Straftat begangen hat.

In dem Material, das nach dem Anschlag in Berlin eingegangen ist, haben die Beamten unbekannte Lichtbilder des Attentäters Anis Amri gefunden. Die übersandten Videodateien seien hilfreich gewesen "bei der Rekonstruktion der Vortatphase und der Bewertung der Nachtatphase". Ob die Videos aus Manchester eine ähnliche Rolle bei der Aufklärung der Tat spielen werden, bleibt abzuwarten.

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